Februar 2015

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Bewegung im GCCSDK-Repository

Um halbwegs auf dem Laufenden bezüglich der GCC-Entwicklung der Geschmacksrichtung RISC OS zu bleiben, schaue ich ab und zu mal rein, was im SVN-Trunk von GCCSDK so läuft.

Seit ein paar Tagen gibt es interessante Commits von Lee Noar, der schon der Hauptverantwortliche für den RISC OS ELF-Support war. Die Schlüsselworte lauten Clang und LLVM.

Clang ist – compilertechnisch gesprochen – ein Frontend für C, C++ und Objective-C, das an die Compiler-Infrastruktur von LLVM angeflanscht werden kann. LLVM arbeitet dann als Backend, um den von Clang gelieferten Input in was Maschinentaugliches zu verwandeln.

Warum Clang/LLVM anstatt GCC? Die Clang- und LLVM-Codebasis ist deutlich jünger und übersichtlicher, die Weiterentwicklung ist sehr dynamisch, der Compilevorgang viel schneller und speichersparender. LLVM kann Bytecode erzeugen, der dann in einer VM ausgeführt werden kann – daher hat LLVM auch seinen Namen.

Wo sind die Haken? Der ARM-Codegenerator von LLVM ist wohl hauptsächlich auf ARMv6/ARMv7 optimiert. Die Portierung auf non-Unix-Plattformen gilt als eher schwierig. Die Details bezüglich EABI/APCS-32 usw. sind bisher eher unklar. Also zumindest mir :-)

Übrigens kann GCC per DragonEgg so umgedingst werden, dass LLVM als Backend verwendet werden kann.

Mit dem Raspberry Pi drahtlos ins Netz

Wir RISC OSler müssen ja leider derzeit auf anständige (oder genauer: auf irgendeine) WLAN-Unterstützung in unserem Lieblings-OS verzichten. Aber wie so viele Softwareprobleme kann auch dieses durch Hardware erschlagen werden. Ich will im folgenden Beitrag solche Geräte vorstellen.

Die Geräte funktionieren natürlich nicht nur mit dem Raspberry Pi, sondern auch mit allen anderen RISC OS-Rechnern, die entsprechende Anschlüsse (Ethernet und/oder USB) aufweisen. Ich habe (noch?) nicht im Einzelnen geprüft, ob die Geräte alleine mit RISC OS-Mitteln konfiguriert werden können (das scheitert normalerweise an der fehlenden JavaScript-Fähigkeit der Browser) – nicht nur, weil ich nicht alle genannten Geräte besitze, sondern weil ich über das Stadium, ausschließlich RISC OS verwenden zu wollen, lange hinaus bin.

Sollte jemand Interesse an einem bestimmten Gerät haben, kann ich das auf Anfrage aber näher unter die Lupe nehmen.

Mit dem WLAN-Client ins WLAN

Unter einem WLAN-Client versteht man ein Stück Hardware, das einen Ethernet-Anschluss hat und quasi eine Bridge in ein beliebiges WLAN etablieren kann.

Kandidaten aus diesem Bereich:

 

Mit dem WLAN-Repeater ins WLAN

Eigentlich sind WLAN-Repeater dazu da, die Reichweite des heimischen WLANs zu erweitern. Es gibt aber Produkte dieser Kategorie, die nicht nur „repeaten“ können, sondern zusätzlich einen Ethernet-Anschluss anbieten, um drahtgebundene Geräte mit ins WLAN integrieren zu können. An diesen Anschluss kann man natürlich auch einen Switch anschließen, um mehrere Geräte ans WLAN anzudocken.

Mit dem WiFi-Hotspot ins mobile Internet

Die Produktgruppe der WiFi-Hotspots erfreut sich seit einiger Zeit wachsender Beliebtheit. Der WiFi-Hotspot hat die Aufgabe, eine Verbindung ins Mobilfunknetz (möglichst über UMTS oder gar LTE natürlich) herzustellen und diese Datenverbindung dann über WLAN für interessierte Clients bereitzustellen.

Und da war bisher der Haken für uns RISC OSler: man konnte sich eben nur per WLAN verbinden. Jetzt habe ich aber ein Gerät gefunden, das zusätzlich noch einen gewöhnlichen Netzwerkanschluss anbietet: der Huawei E5730. Als zusätzliches Goodie ist das Teil gleichzeitig noch eine Powerbank mit 5200 mAh Kapazität – was gleichzeitig dafür sorgt, dass man den ganzen Tag vom Stromnetz unabhängig arbeiten kann. Zwei kleine Wermutstropfen muss man aber verkraften: es ist kein Anschluss für eine externe Antenne verfügbar (das ist sehr nützlich in ländlichen Gebieten oder im fahrenden KfZ), und es wird kein LTE unterstützt – dafür ist 3G mit DC-HSPA+ bis zu 42,2 MBit/s vertreten.

Bei den LTE-tauglichen Geräten habe ich keines gefunden, das mit einem Ethernet-Anschluss aufwarten kann. Dafür gibt es dann schicke Displays und manchmal sogar (micro)SD-Card-Slots zur Datenbereitstellung für die Clients, quasi als WLAN-Cardreader. Das ultimative Gerät, das all die schönen Features kombiniert, scheint es noch nicht zu geben.

Mit dem USB-Surfstick ins mobile Internet

Dank Thomas Milius und seinem COMCentre gibt es eine direkte Möglichkeit, USB-fähige RISC OS-Rechner ins mobile Internet zu bringen. COMCentre unterstützt verschiedene USB-Surfsticks wie z.B. den Huawei E173 oder K3765. Damit ein Surfstick mit COMCentre zusammen funktioniert, muss er über USB eine serielle Schnittstelle anbieten, über die dann COMCentre das Gerät quasi wie ein Modem in der guten alten Zeit ansprechen kann.

COMCentre kann man hier herunterladen.

Raspberry Pi 2 – Läuft bei mir

Zur Feier der Verfügbarkeit des Raspberry Pi 2 habe ich mir spontan einen bestellt. Die gute Nachricht: nur eine Woche nach dem Release der Hardware läuft RISC OS bereits problemlos drauf.

Kurzes HowTo für die Ungeübten:

  • microSD-Karte per SystemDisc vorbereiten
  • „Loader“-DOS-Image befüllen
    • Dateien von GitHub herunterladen
      • für die GitHub-Ungeübten: nicht direkt den Link zum Herunterladen nutzen, sondern auf den Link klicken und dann den „View Raw“-Link zum Herunterladen benutzen
      • man braucht die Dateien bootcode.bin, fixup.dat, start.elf
      • config.txt mit folgendem Inhalt dort erzeugen (vollständige Doku für Experimentierfreudige hier und hier):
        fake_vsync_isr=1
        init_emmc_clock=100000000
        kernel=riscos.img
    • RISC OS-Image herunterladen von RISCOSOpen Ltd
      • dort das Beta RPi ROM ZIP herunterladen (die Release-Version RC12a läuft nur auf den Vorgängermodellen)
      • aus dem ZIP die Datei riscos extrahieren und als riscos.img kopieren
  • Filecore-Teil der SD-Karte mit dem HardDisc4-Discimage (Nightly Beta, die Release-Version funktioniert nicht gescheit mit den neueren Beta-ROMs) von hier befüllen

Wie das früher ohne SystemDisc ging – keine Ahnung.

„RISC OS 944MB“ lautet die Startup-Meldung. Cool.

Übrigens hat der Raspberry Pi 2 einen interessanten Zweitnutzen: wenn das Netzteil zu schwächlich ist oder dessen USB-Kabel für zu viel Spannungsabfall sorgt, wird oben rechts in der Ecke eine Art Regenbogen-Quadrat als Video-Overlay eingeblendet. Ich konnte dadurch ein paar Billigkabel aus meinem reichhaltigen Angebot direkt aussortieren.

 

Der Raspberry Pi 2 ist da

Die Raspberry Pi Foundation hat heute das Raspberry Pi 2 Model B angekündigt. Basierend auf dem BCM2836 sieht er seinem direkten Vorgänger, dem Raspberry Pi B+, täuschend ähnlich. Was gleichzeitig heißt, dass die alten Gehäuse weiterhin passen, ebenso wie das Peripherie-Zeugs. Preislich bleibt ebenfalls alles beim Alten.

Innendrin hat sich dagegen einiges geändert – das Herz ist nun ein Quad-Core Cortex-A7 mit 900 MHz, ein irrer Fortschritt gegenüber dem schon zum Erscheinungszeitpunkt veralteten 700 MHz ARM11 des Vorgängers. Das RAM wurde auf 1 GB aufgestockt. Performancetechnisch verspricht das einiges – selbst bei ausschließlicher Single-Core-Nutzung (bekanntlich für uns RISC OSler ein wichtiger Faktor) dürfte gut die doppelte Performance rausspringen.

GPU-technisch ist alles beim alten geblieben, VideoCore IV bleibt uns erhalten.

Interessant auch die Ansage, dass es eine kostenlose Variante von Windows 10 für den neuen RPi geben wird. Nach dem angekündigten Tod der Windows RT-Tablets ein interessanter Schritt von Microsoft – mal sehen, welche Zielgruppe hier angesprochen werden soll.

Für die Linux-Nutzer ist sicherlich interessant, dass jetzt ohne Handstände das Ubuntu-Zeugs drauf läuft, das ja bekanntlich seit einiger Zeit auf ARMv7 setzt.

RISC OS-technisch arbeiten die üblichen Verdächtigen am notwendigen Update. Wie man hört, werden zukünftige Images kompatibel zu allen Raspberry-Pi-Varianten sein.