Software

Anwendungen und Tools rund um RISC OS

ADFFS 2.68 verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.68 verkündet. Hauptneuheit ist partielle Unterstützung für WIMP-basierte 26bit-Spiele wie Aldebaran, Elite oder Sim City – also Spiele, die zunächst sich nach dem Start auf der Iconbar wie eine normale RISC OS-Anwendung installieren, dort begrenze Interaktion erlauben (Highscores anschauen, Version anschauen, Einstellungen vornehmen) und nach Click aufs Icon erst den Bildschirm vollständig übernehmen. Auch die Unterstützung von USB-Joysticks ist nun erstmals in einer Release-Version verfügbar. Dazu wie üblich eine größere Menge Bugfixes und Erweiterungen, um weitere Spiele ans Laufen zu kriegen – insbesondere die wenig bekannten Topologika-Titel waren wohl eine harte Nuss.

Einfach mal testen – und nicht vergessen: “Boot floppy” verwenden zum Start der Spiele! Das JASPP hat auch ein paar neue Spiele in den letzten Monaten freigegeben, einfach regelmäßig hier nachschauen. Die 32bit-Version von Exodus ist sicher das Highlight, dazu Lemmings 2 und die CD-Version von Dune II, für die Jon extra eine aufgebohrte Version von CDFaker gebaut hat (siehe hier).

Happy (Retro) Gaming!

Zwei Clares-Klassiker wieder verfügbar

Christopher Bazley, in RISC OS-Kreisen kein Unbekannter und unter anderem verantwortlich für die Neuauflage von Star Fighter 3000, hat die Verfügbarkeit von zwei Klassikern aus dem Clares-Stall (später in den Händen von APDL) in aktualisierter, ARMv7-kompatibler Form verkündet. Hier geht’s zur Download-Seite. Clares war zu RISC OS-Hochzeiten (sofern es die je gab) einer der großen Anbieter neben Computer Concepts, Longman Logotron und Beebug/Risc Developments.

Es handelt sich zum einen um Schema 2, eine Tabellenkalkulation die zu den zwei führenden auf dem RISC OS-Markt gehörte – die eine Hälfte des Marktes hatte Eureka, die andere Hälfte Schema, und ein paar versprengte dazwischen noch Pipedream und Fireworkz. Schema war auch in abgespeckter Form in Acorn Advance enthalten, dem Versuch von Acorn in den 90ern ein “integriertes Office-Paket” zu bauen, quasi in Konkurrenz zu Microsoft Works oder ClarisWorks (später AppleWorks). Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an StarOffice, Borland Office/Novell PerfectOffice/Corel WordPerfect Office oder Lotus Symphony. Es war mal sowas wie ein Trend.

Schema 2 verfügt neben den “üblichen” Spreadsheet-Funktionalitäten auch über Import-Möglichkeiten für diverse andere Klassiker wie Lotus 1-2-3 oder ältere Excel-Versionen (von Toni Reiser gibt es hier ein aktualisiertes Update des Excel-Konverters). Charts können ebenso erstellt werden, und macrobasierte Programmierbarkeit ist ebenfalls am Start.

Der zweite Kandidat ist WimpBasic. Irgendwie haben RISC OS-Benutzer ja einen besonderen Hang zu BASIC, weil der erste Programmierkontakt normalerweise das integrierte BBC BASIC V ist – sowas prägt halt. Aufgrund dessen Limitierungen waren natürlich Alternativen immer gefragt, vor allem welche, die sich der Vereinfachung der WIMP-Programmierung annahmen. WimpBasic war einer der neueren und sehr leistungsfähigen Versuche. Fast schon eine IDE.

Ausprobieren kostet nix! Ob das Zeug wohl auch auf dem Pi3 (ARMv8) läuft? Und werden wir noch weitere Clares-Klassiker wie Rhapsody, Render Bender, Illusionist, ProArtisan, Composition oder Serenade auf den modernen Maschinen außerhalb eines Emulators erleben? Es bleibt spannend.

ADFFS 2.63 verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.63 verkündet. Es gab viele Verbesserungen und Bugfixes, insbesondere für ARM7-basierte Systeme (Risc PC mit ARM710, A7000(+)) und für den IYONIX, der jetzt auf Augenhöhe mit dem Pi bezüglich der Spielekompatibilität sein sollte – wichtig ist hier, ein entsprechendes MDF am Start zu haben mit den für Spiele typischerweise notwendigen Auflösungen. Nebst einem Monitor, der diese auch verarbeiten kann.

Unter den Spielen, die nun unter ADFFS funktionieren, ist sicher Heroes of Might and Magic 2 am bekanntesten.

Außerdem wurden diverse Spiele von Alpine Software im Rahmen des JASPP freigegeben. Dabei handelt es sich um klassische Grafik-/Text-Adventures, neudeutsch “Interactive Fiction”, die noch den Geist der 80er atmen. Und tatsächlich teilweise aus den späten 80ern stammen. Cool: mit ALPS wurde auch das Authoring-System freigegeben, mit dem der geneigte User selbst solche Adventures kreieren kann.

Hier kann man ADFFS 2.63 runterladen.

Aemulor 2.40 ist da

Adrian Lees hat sein Versprechen wahr gemacht und hat aktuelle Entwicklungsversionen von Aemulor für alle relevanten Plattformen veröffentlicht. Hier gehts zu den Downloads. Zum ersten Mal ist auch der Pi3 (Cortex-A53, ARMv8) unter den unterstützten Plattformen. Ebenfalls sollte diese Aemulor-Version nun mit den neueren RISC OS-Versionen zurecht kommen – Stichwort Zero Page Protection und High Vectors.

Alle Plattformen, für die es jemals Aemulor gab? Nein, die Formulierung “alle relevanten Plattformen” war mit Bedacht gewählt. Denn der A9home ist nicht darunter…arme kleine blaue Kiste.

 

20 Jahre CD(VD)Burn

Man schrieb den 31.Oktober 1997. In London fand die Acorn World statt, und CDBurn wurde dort im Vertrieb von WSS (Warm Silence Software) zum ersten Mal öffentlich vorgestellt.

Man erinnere sich zurück: es war die letzte Acorn World, der Risc PC war noch “state of the art” und hatte gerade durch den StrongARM eine Frischzellenkur erhalten. CD-Brenner waren teuer und nur als SCSI-Geräte erhältlich. CD-R-Medien kosteten mindestens 10 DM, oft auch 15 DM. 74min/650MiB waren die maximal erhältliche Kapazität. Fast unendliche Weiten in Zeiten, wo die Festplatten noch im deutlich einstelligen GB-Bereich unterwegs waren, vor allem in der Geschmacksrichtung SCSI waren 2 GB schon fast High-End. Ironischerweise wurde die Software selbst noch auf Floppy Disc verkauft. DD 800 KiB wohlgemerkt.

Der einzige unterstützte Brenner war der Philips CDD2000, die Variante CDD2600 folge kurz darauf. Ich hatte damals das Glück, dass ich einen Brenner gekauft hatte, der eine öffentlich zugängliche Doku zum Command Set hatte – die Konkurrenz von Teac, Sony und Yamaha war da wesentlich verschlossener, man musste tatsächlich NDAs nach USA faxen, und die Antwort brauchte teilweise Monate. Von Teac habe ich bis heute nix gehört.

Die erste CDBurn-Version war “gerade so” fertig geworden (und meine Entscheidung, die Software in Ada zu schreiben, ist im Rückblick auch nur durch eine Mischung aus Optimismus und Wahnsinn zu erklären) – die Audio-CD-Funktionalität war schon recht ausgereift, aber bei den Daten-CDs haperte es noch gewaltig. Es gab noch keine Möglichkeit, ein ISO-Image zu erzeugen, ehrlicherweise war es deshalb auch die Versionsnummer 0.99 – deshalb wurde ein quick’n’dirty port von mkisofs beigelegt, um zumindest nominell dieses Feature abhaken zu können. Auf der Acorn World sprach ich mit vielen potenziellen Käufern und versprach baldige Lieferung des ISO9660-Formatters – ein Versprechen, das viele vom Kauf überzeugte und das ich Gott sei Dank noch im selben Jahr mit dem Release 1.00 (ein kostenloses Update) halten konnte.

Einzige Konkurrenz damals war CDScribe von Eesox – die verkauften aber die Software nur im Bundle mit dem Laufwerk, und dieses auch noch gut doppelt so teuer wie das Laufwerk alleine kostete. Audiotechnisch war die Software auch stark unterbelichtet, und der beigelegte ISO9660-Formatter war auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Vermutlich deshalb eroberte CDBurn den Markt im Sturm, obwohl gemessen an der PC-Konkurrenz doch eher featurearm und nicht billig.

Über die Jahre wurde featuretechnisch kräftig aufgerüstet, die Updates blieben kostenlos: Multisession-Unterstützung, Joliet-Unterstützung und konfigurierbares Namemapping für ISO9660, CD-RW-Unterstützung, Unterstützung aller MMC-kompatibler Laufwerke, IDE-Unterstützung für Risc PC/A7000, APDL/Microdigital und Simtec/RiscStation, Upgrader um endlich neue Versionen per Download anbieten zu können, und schließlich 32bit-Kompatibilität und Unterstützung für den IYONIX pc. Abfallprodukt der IYONIX-Kompatibilität war die abgespeckte Version CDBurn Lite, die jedem Castle IYONIX pc beilag.

Besonders die 32bit-Kompatibilität halte ich bis heute für ein Wunder, das nur durch Dummenglück erklärbar ist. Klar, es hilft auch, wenn man einen Martin Würthner kennt, der mal kurzerhand eine GNAT-Runtime patchen kann. Aber dass das ARM-Backend des GCC 2.7.2.1 tatsächlich ARMv8-kompatiblen Code erzeugen kann, ist auch als so ein Wunder zu bewerten.

2004 gründete ich dann hubersn Software, um den Vertrieb in die eigene Hand zu nehmen. Es folgte die Integration der DVD-Unterstützung für die neue Generation DVD-Brenner, was die Umbenennung in CDVDBurn nach sich zog, um schon namentlich klar zu machen, dass nun sowohl CDs als auch DVDs gebrannt werden konnten.

Und damit endet die Geschichte der offiziellen Releases – bis heute sind die Ergebnisse der weiteren Entwicklung nicht in einem neuen Release gemündet, sondern werden nur an Interessierte als Beta-Testversionen verteilt. Dazu gehört die DVD-RAM-Unterstützung, die USB-Unterstützung für RISC OS 5, die Blu-Ray-Unterstützung, der CD/DVD/Blu-Ray-Extraktor, die ARMv7-/ARMv8-Kompatibilität für die neue Hardware-Generation vom BeagleBoard bis zum Raspberry Pi 3, die Unterstützung für das neue S-ATA-taugliche ADFS im Titanium.

Der letzte Plan war, all diese Erweiterungen in einem “20th anniversary release” zu bündeln, aber es fehlte etwas Zeit, um die Sache abzurunden: BD-R und BD-RE in der Dual-Layer und XL-Variante ist noch nicht unterstützt, DVD-R kann nach wie vor nicht geschrieben werden, und an der Kompatibilität mit den modernen (sprich: noch im Handel verfügbaren) Laufwerken hapert es auch noch. Ziel wäre, ein USB-Laufwerk und ein S-ATA-Laufwerk zu finden, mit dem problemlos CD-R/CD-RW/DVD+R/DVD+RW/DVD-RAM/BD-R/BD-RE geschrieben werden können.

Sollte es doch dieses Jahr noch ein Release geben – Arbeitstitel “CDVDBurn 3” – Leser dieses Blogs erfahren es als erste.

Zap und ARMv8

Während StrongEd von Fred Graute kontinuierlich weiterentwickelt und ständig an neue CPU- und OS-Erfordernisse angepasst wird, liegt Zap maintenancemäßig seit längerer Zeit brach. Tank hat initial die 32bit/ARMv7-Version gebaut und ein paar aufgetauchte Bugs gefixed, dann hat André Timmermans Bugfixes beigesteuert, und nun hat Rick Murray ein paar ARMv8-Showstopper bereinigt (siehe dieser Thread im ROOL-Forum).

Im August letzten Jahres hat Ex-Zap-Mitentwickler James Aylett das Zap-CVS nach Git konvertiert und auf GitHub zur Verfügung gestellt. Ein “offizieller” neuer Maintainer hat sich leider noch nicht gefunden – es bleibt zu hoffen, dass die Zap-Interessierten das irgendwie koordiniert kriegen und sich nicht gegenseitig mit lokalen Änderungen und insonsistenten Patches und Versionen ins Knie schießen.

Als überzeugter StrongEd-Benutzer greife ich trotzdem ab und zu auf Zap zurück, wenn ich nicht gerade Ada programmiere, es wäre schlicht eine Schande wenn ein solch feines Stück Code nicht mehr in einer aktuellen und gepflegten Version zur Verfügung stünde.

Leider hat sich auch noch keiner gefunden, der den Zap-Ada-Mode nach 32bit konvertiert…leider bin ich kein routinierter Assembler-Programmierer, wird vielleicht Zeit die alten Kenntnisse wieder aufzufrischen.

Neue VNC Server-Version

Der einzige verfügbare VNC-Server unter RISC OS, derzeit bei Tausendsassa Jeffrey Lee in der Pflege, hat ein Update erfahren. Zwei signifikante Bugs wurden gefixed: er funktioniert nun auch, wenn der Bildschirmspeicher auf non-packed-scanlines basiert (existiert so derzeit nur auf dem Pi, für Details siehe hier). Und es wurde ein Bug beim Clipboard-Handling im RAM transmit protocol gefixed, der im Zusammenspiel mit StrongEd aufgefallen war.

Ich selbst benutze den VNC-Server auf meinem ARMX6, um bequem vom Laptop im Wohnzimmer auf RISC OS zugreifen zu können. Funktioniert immer besser über die Jahre – die ersten Versionen von VNC Server waren nahezu unbrauchbar, vor allem bei großen Farbtiefen und Auflösungen. Inzwischen funktioniert das leidlich gut.

ADFFS 2.62 verfügbar

Man mag mir meine kurze Blog-Abstinenz verzeihen, ich hatte kurzfristig mit einem entzündeten Schleimbeutel im Ellenbogen zu kämpfen. Zum Wiedereinsteig gibt es natürlich nichts besseres als ein altes Lieblingsthema von mir: ADFFS.

Gar nicht lange nach 2.61 hat Jonathan Abbott heute die Verfügbarkeit von Version 2.62 verkündet.

Es kehrt mehr Benutzerfreundlichkeit ein – ADFFS ist nicht mehr länger auf ein aktives SparkFS angewiesen, um die JFD-Images zu lesen, die technisch ja nichts anderes als ZIP-Archive sind. Das ist in vielerlei Hinsicht positiv – viele Problemmeldungen von Benutzern hatten mit nicht aktivem SparkFS zu tun, d.h. Jon hat jetzt weniger Arbeit beim Support. Zudem ist es speichertechnisch vor allem auf den alten Maschinen ein Segen, obwohl SparkFS jetzt kein ausgewiesener Speicherfresser war. Aber bei einem typischen Maximum von 4 MiB RAM zählt jedes Byte.

Weitere Verbesserungen im Detail beziehen sich vor allem auf die Kompatibilität mit neuesten RISC OS 5.23 Nightly Builds, wo es ja erneut Änderungen am Handling der Zero Page gab (Beitrag folgt noch). Bugfixes für einige Spiele sind auch inklusive, z.B. für Stunt Racer 2000 sowie einem Spiel, das m.W. in Deutschland immer noch nicht genannt werden darf.

Also: 2.62 runterladen und Spaß haben. Nicht vergessen: auf den Pis muss EDID deaktiviert werden, damit die GPU das Scaling übernimmt.

ADFFS 2.61 verfügbar

Ein gutes halbes Jahr ist vergangen seit dem Release von Version 2.60, und so hat Jonathan Abbott nach zahllosen Verbesserungen und Bugfixes heute die Verfügbarkeit von Version 2.61 verkündet.

Hauptänderung ist die Verwendung eines 26bit-BASIC-Moduls unter JIT-Kontrolle anstatt des bisherigen Ansatzes, das Original Maschinen-BASIC zu patchen. Außerdem wurden viele der Patch-Skripte verbessert, so dass nun eine ganze Reihe Spiele problemlos auf dem Pi laufen – Highlights sind hier sicherlich die StrongARM-Versionen von Chocks Away Compendium und Stunt Racer 2000, sowie Syndicate+ und X-Run.

Also, runterladen und ausprobieren. Läuft inzwischen auf jedem Pi inklusive des ARMv8-RPi 3. Man muss eigentlich nur beachten, dass bei zu neuen RISC OS-Versionen die Umschaltung der Auflösung weiterhin von der Pi-GPU übernommen wird, damit AnyMode sein Werk tun kann. Dazu braucht es die Zeile disable_mode_changes in der CMDLINE.TXT im Pi-Bootloader. Besitzer eines klassischen Archimedes müssen sich um solche Feinheiten natürlich nicht kümmern, dürfen zum Ausgleich aber lange Ausschau nach einem funktionierenden Monitor halten.

ADFFS 2.60 verfügbar

Jon Abbott hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.60 verkündet. Wichtigste Neuerung ist die neue Implementierung der 50Hz-Synchronisation, um die originale Spielgeschwindigkeit in Verbindung mit tearing-freier Grafikdarstellung zu ermöglichen. Dazu kommen reichlich Bugfixes und die Vervollständigung der Kompatibilität auf den Pis zu solch großartigen Spielen wie Mig 29M Fulcrum oder Interdictor.

Leider zickt mein A3000 gerade etwas, so dass ich meine Testaktivitäten wohl hin zum RPi verlagern werde. Erste Maßnahme: Grafikausgabe auf echte 50Hz einstellen, ich hoffe mein Monitor spielt da mit.