ADFFS 2.72 (auch via PackMan) verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat heute (yeah, brandaktuelle News in meinem bescheidenen Blog!) die Verfügbarkeit von ADFFS 2.72 verkündet. Wieder stand die Stabilität im Vordergrund, ebenso Abrundungen bezüglich Kompatibilität. Auch DOS- und Atari-Images können nun gelesen werden. Als neu unter RISC OS 5 unterstützte Spiele kamen Sim City 2000 und Burn’Out dazu. Vor allem das saubere Beenden von Spielen unter ADFFS-Kontrolle per Ctrl+Shift+F12 funktioniert nun in viel mehr Fällen. Ebenso werden nun Abstürze im Spielecode, während der ADFFS-JIT aktiv ist, sauber abgefangen um einen sauberen Systemzustand nach dem kontrollierten Beenden des gecrashten Spiels sicherzustellen.

Auch die Unterstützung für WIMP-basierte Spiele hat Fortschritte gemacht, ist aber noch lange nicht rund, wie Jon nicht müde wird zu betonen. Und eine merkwürdige Unverträglichkeit mit StrongEd wurde behoben.

Wie seit 2.69 üblich ist auch 2.72 über PackMan verfügbar, ebenso die bisher unter JASPP-Flagge re-releasten Spiele-Klassiker.

Aufmerksame Beobachter fragen sich jetzt, wo denn Version 2.71 geblieben ist? Jon sind schlicht die Buchstaben ausgegangen – er “nummeriert” die Entwicklungsversionen nach dem Muster 2.71a..2.71z durch, und nach 2.71z kam eben 2.72a, und erst mit 2.72k war Jon glücklich, woraus dann die jetzt veröffentlichte 2.72-Release-Version entstand.

Wieder nix in 2018, neuer Versuch in 2019

2018 neigt sich dem Ende, und im Jahresendspurt passiert erfahrungsgemäß vor lauter anderen Verpflichtungen eher wenig. Nachfolgend die Liste der Softwareprojekte, die ich “eigentlich” in 2018 erledigen wollte, die aber weiter ihrer Finalisierung harren. Oft fehlen nur Kleinigkeiten, oder “nur noch das letzte Feature”, oder etwas Feinschliff.

CDVDBurn

Der Klassiker gleich zu Anfang. Das letzte offizielle Release, Version 2.02b (auch wenn als Beta gelabeled), war Feburar 2007. Seither plane ich ein neues Release. Was ist seither passiert? DVD-RAM kann geschrieben werden. Blu-Ray kann als BD-R und BD-RE geschrieben werden. Ein Extraktor ist nun integriert, mit dem man unabhängig von CD(ROM)FS Daten-CDs/DVDs/BDs anschauen kann und Dateien extrahieren kann, inklusive Unterstützung für Joliet und ein Subset der Rockridge-Extensions (soweit unter RISC OS sinnvoll). Dazu wurde die Lauffähigkeit unter ARMv7 und ARMv8 sichergestellt (ein echtes Abenteuer mit dem uralten Ada-Compiler). USB-Unterstützung für RISC OS 5 ist an Bord, ebenfalls S-ATA-Unterstützung fürs neue ADFS (z.B. auf Titanium und IGEPv5).

Ich hatte die Hoffnung, auf zumindest einem gängigen USB- und S-ATA-Laufwerk das DVD-R-Schreiben hinzukriegen, bin aber gescheitert. Einen Versuch habe ich mir noch vorgenommen (Incremental Writing statt DAO/TAO mit reserved track), und dann wird endgültig released, egal ob mit oder ohne DVD-R-Unterstützung. Dual-Layer-Unterstützung für BD-R und BD-RE wäre auch noch schön. Das Update wird kostenpflichtig werden, ich hatte einige Investitionen in Laufwerke und andere Hardware.

TapirMail

David Llewellyn-Jones hat 2018 den Sourcecode für TapirMail auf GitHub freigegeben. Mein Plan war, den Sourcecode etwas aufzuräumen, mit aktueller OSLib und aktuellem GCC und DDE baubar zu machen (so richtig mit Makefile und so…) und dann per Pull-Requests die weitere Entwicklung voranzutreiben. Beispielsweise die Unterstützung für Secure POP3/SMTP, und ggf. auch IMAPS. Da bin ich mittendrin steckengeblieben – bauen tut alles, aber Weiterentwicklung ist nicht geschehen, und ich stecke noch in den Überlegungen, wie so ein RISC OS-Projekt unter GitHub anständig strukturiert sein sollte. Jetzt, mit Jeffreys Git-Client (oh, darüber wollte ich ja auch noch bloggen…), ergeben sich da neue Möglichkeiten.

Isofier

Aus der Reihe “Java-basierte Software für RISC OS, aber nicht unter RISC OS”: ein ISO9660/Joliet-Image-Erzeuger. Die Kommandozeilenvariante funktioniert prächtig, das grafische UI nicht so wirklich. Die Besonderheit ist die volle Unterstützung für die HostFS-Implementierungen von RPCEmu und VirtualRPC, es werden also die Filetype-Extensions automatisch in CDFS-Extensions gewandelt, unter Berücksichtigung der VRPC-extensions-Konfiguration und einer MimeMap-Datei.

ImageTransformer

Aus der Reihe “Java-basierte Software für RISC OS, aber nicht unter RISC OS”: ein Konverter für das CDVDBurn-Fake-Image-größer-als-2-GiB-Format. In beide Richtungen natürlich. Nützlich, um unter RISC OS erzeugte Images dann auf dem PC brennen zu können, oder auf dem PC erzeugte Images (z.B. mit oben genanntem Isofier) unter RISC OS brennen zu können.

SpriteConverter/SpriteViewer

Aus der Reihe “Java-basierte Software für RISC OS, aber nicht unter RISC OS”: SpriteConverter ist ein Kommandozeilentool zur Konvertierung einer Sprite-Datei (also allen oder einzelnen Sprites darin) in PNG, JPEG, GIF oder was auch immer als Java ImageIO-Plugin zur Verfügung steht. SpriteViewer setzt auf demselben Code auf und zeigt in einer grafischen Oberfläche den Inhalt einer Sprite-Datei an, einmal in einer !Paint-artigen Übersicht, dann aber auch per Doppelclick in Originalgröße mit Zoommöglichkeit und Palette. Man kann einzelne Sprites daraus auch direkt als PNG, JPEG oder GIF exportieren. Geplant als kostenlose Software.

ArchiveViewer

Aus der Reihe “Java-basierte Software für RISC OS, aber nicht unter RISC OS”: eine grafische Oberfläche zur Anzeige der Inhalte typischer RISC OS-Archivdateien wie Spark, ArcFS, PackDir, Squash und ZIP, mit voller Filetype-Unterstützung. Basiert hauptsächlich auf der großartigen Vorarbeit namens riscosarc von James Woodcock. Geplant als kostenlose Software.

BBC BASIC Detokenizer

Aus der Reihe “Java-basierte Software für RISC OS, aber nicht unter RISC OS”: ein kleines Tool, um tokenisiertes BBC BASIC V/VI in plain text umzuwandeln. Mit oder ohne Zeilennummern. Geplant als kostenlose Software.

FilecoreImageReader

Software, um Sprites zu lesen, um Archive zu lesen, um BBC BASIC zu lesen…wofür das alles? Auslöser war der vorerst letzte Teil aus der Reihe “Java-basierte Software für RISC OS, aber nicht unter RISC OS”: ein mächtiges Werkzeug, um Filecore-Images (.adf, .hdf) anzuschauen und Dateien und/oder Verzeichnisse daraus zu extrahieren. Unterstützt D, E(+) und F(+)-Format, minimaler Speicherverbrauch auch bei riesigen Images. Anzeige des Verzeichnisbaumes mit den “echten” RISC OS-Icons. Anzeige der Inhalte von Sprite-Dateien, Archiv-Dateien, Plain-Text-Dateien und BASIC-Dateien (andere Dateitypen werden in einer Hexdump-View angezeigt). Im Moment baue ich gerade echte Acorn Latin 1 Codepage-Unterstützung, um sowohl die Plain-Text-Anzeige als auch die Konvertierung der Dateinamen besser hinzukriegen. Und ich hätte gerne eine Filer-like-Ansicht für einige Inhalte, damit das eleganter aussieht. Und es gibt noch irgendwo einen Bug, der bei einem Disc-Image das mir vorliegt bei, Scannen der Verzeichnisstruktur in eine Endlosschleife gerät. Mindestens das Erkennen der Endlosschleife mit sauberem Abbruch des Lesevorgangs wäre Voraussetzung für ein baldiges Release. Außerdem würde ich gerne automatisch die !Sprites-Dateien von Apps direkt zur Visualisierung verwenden.

Ein Projekt wie FilecoreImageReader ist natürlich in ständiger Gefahr, dem “Feature Creep” zu erliegen. Man könnte doch bekannte Filetypes aus der PC-Welt auch noch direkt als Inhalt anzeigen (Grafikformate, PDF, PostScript…). Und generell die UI Filer-like machen. Und noch ein RISC OS-artiges Look&Feel für Swing bauen. Und eine Anzeige von Draw-Files ermöglichen. Und Templates. Und Impression…und Artworks…

Auf jeden Fall wird es eine kostenpflichtige Version mit all den coolen Features geben, und eine freie Version wo man nur den nackten Verzeichnisbaum mit Extraktionsmöglichkeit hat, möglicherweise auch limitiert auf Floppy-Images.

PipeDream 4.56 verfügbar

Stuart Swales hat die Verfügbarkeit von PipeDream 4.56 verkündet (inzwischen durch 4.56.01 mit minimalem Bugfix ersetzt). Genauere Details kann man der länglichen Release-Historie entnehmen. Interessanterweise sind – neben den unvermeidlichen Bugfixes – einige UI-Änderungen in Richtung Style-Guide-Compliance eingeflossen. PipeDream war da schon mindestens seit Version 3 (die erste, die ich selbst benutzt habe) im Detail doch häufig abweichend von dem, was unter RISC OS so gängig war. Vom Save/Discard/Cancel-Dialog bis zu den Feinheiten des Save-As-Fensters.

Schön auch, dass die genutzten Ressourcen nun sprach-/ländertechnisch sauber separiert wurden, was eine deutsche Version stark vereinfachen würde. Nur die Älteren werden sich erinnern, dass PipeDream 3 zu RISC OS2-Zeiten eine der wenigen Anwendungen war, die komplett auf Deutsch verfügbar war. Aber dann eben nur auf deutsch, der geneigte Benutzer konnte nicht für die englische Originalversion optieren. Aus dieser Zeit stammt auch noch das rudimentäre deutsche Wörterbuch für die Rechtschreibprüfung.

RISC OS 5.26 und NOOBS

Um einen sauberen Release-Stand unter der neuen Apache-Lizenz zu haben, ohne gleich das ganz große Release-Rad drehen zu müssen, hat RISC OS Open Ltd. kurzerhand die Version 5.24 als 5.26 neu released. Codetechnisch hat sich nichts verändert, nur die eine oder andere Lizenzdatei wurde angepasst. Konsequenterweise sind damit ab sofort auch alle Development-Versionen bei 5.27 angekommen. Damit entsteht nun die potenziell verwirrende Situation, dass RISC OS 5.25 weiter fortgeschritten war als RISC OS 5.26, aber das wird die überschaubare RISC OS-Community wohl gut verkraften können.

Eine Möglichkeit, auch auch auf dem recht neuen Raspberry Pi 3 A+ (wofür auch immer der im RISC OS-Universum gut sein soll – ein paar Euro weniger auf Kosten von USB-Anschlüssen und Ethernet?) die Version 5.26 einfach mal auszuprobieren ist seit einiger Zeit auch wieder die NOOBS-Distribution. Nach längerer Pause ist hier RISC OS neben zig Linux-Varianten wieder mit von der Partie.

Wer es nicht weiß: NOOBS (ein Akronym für “New Out Of the Box Software”) wird von der Raspberry Pi Foundation als Multi-OS-Installer für den schnellen Wechsel verschiedener Betriebssysteme angeboten, ideal für Pi-Einsteiger zum Ausprobieren verschiedener Varianten. Für dauerhafte RISC OS-Nutzung ist NOOBS aber nicht zu empfehlen, weil RISC OS die Filecore-Parition nicht einfach erweitern kann (und Filecore zudem nur eine Partition unterstützt) und man daher größere SD-Karten platztechnisch nicht ausnutzen kann. Da ist der Weg über SystemDisc und HForm weiterhin der bessere.

ADFFS 2.70 (auch via PackMan) verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat (schon vor einiger Zeit) die Verfügbarkeit von ADFFS 2.70 verkündet. Hauptsächlich Bugfixes fanden Einzug, damit funktionieren nun auch einige weniger populäre Spiele neueren Datums wie “DragonBall”, “Sally und Wally” oder die StrongARM-kompatible Version von “Saloon Cars Deluxe” aus dem Jahr 2000.

Wie schon 2.69 ist auch 2.70 über PackMan verfügbar, ebenso die bisher unter JASPP-Flagge re-releasten Spiele-Klassiker.

ISO-Images können nun direkt aus ADFFS erzeugt werden – das muss ich dringend mal testen. Leicht verbessert zeigt sich die Integration von USBJoystick, die ich leider immer noch nicht getestet habe. Aber demnächst bestimmt…

Jon arbeitet bereits an 2.71, das verbesserte Unterstützung für Spiele, die zunächst ins WIMP starten, mitbringen soll. Aldebaran, Elite, Karma, Sim City…da sind ein paar interessante Kandidaten dabei. Ist aber aufgrund der Art und Weise, wie ADFFS die Emulation implementiert, eine ziemlich harte Nuss zu knacken, weil man sich um die ganze WIMP-Environment-Handler-Grütze kümmern und mit anderen Anwendungen friedlich koexistieren muss.

RPCEmu 0.9.1 ist da

Ich muss noch ein paar aktualisierte Versionen nachliefern, beginnend mit dem Emulator der Herzen, dem RPCEmu.

Vor kurzem wurde die Version 0.9.1 veröffentlicht. Hauptsächlich Feinarbeit und kleinere Bugfixes prägen das Changelog. Der Netzwerk-Pseudo-Podule-Treiber wurde nun besser integriert, ist 26/32bit-neutral und SharedCLib-neutral und kann deshalb problemlos per Podule-Loader ohne explizites Softloading ins System gebracht werden. Etwas später wurden auf der Mailingliste noch Patches gereviewed, um unter MacOSX die Tastaturunterstützung wieder sauber zu ziehen, da gab es bei der Umstellung von Allegro auf Qt ein paar Verwerfungen. Eventuell sind die Patches auch hilfreich für die RISC OS-Portierung von RPCEmu, die mal experimentell von Chris Gransden durchgeführt wurde – dort haperte es auch an der Tastaturunterstützung.

Bei meinen Versuchen unter Linux bin ich letztens gescheitert beim Versuch, das Netzwerk wie hier beschrieben einzurichten – die chown-root-Methode funktioniert mit der von mir verwendeten Qt-Version nicht mehr, Qt lehnt das Starten der Anwendung mit Root als Owner schlicht ab. Es zeichnet sich allerdings ab, dass eine alternative Netzwerk-Lösung seinen Weg in den RPCEmu finden könnte, auf Basis von Slirp, das auch von QEMU und VirtualBox verwendet wird. Das wäre dann die lang ersehnte “zero config”-Variante, mit der sich RPCEmu direkt in das Netzwerk der Hostmaschine integrieren könnte, ganz ohne Tunelling und Bridging und das ganze unhandliche Gedöns. Wir hoffen weiter!

ADFFS 2.69 (auch via PackMan) verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.69 verkündet. Nur ein kleineres Update gegenüber 2.68, hauptsächlich um die neueste Version nebst allen frei verfügbaren und unterstützten Spielen via Paket-Management (sprich !PackMan) verfügbar zu machen. Außerdem wird das USBJoystick-Modul nun automatisch beim Startup geladen, und es gab einige kleienre Bugfixes sowohl bei den Game-Start- und Patch-Scripts als auch in ADFFS selbst.

Die primäre Testplattform ist übriens inzwischen der Raspberry Pi 3, also quasi die maximale Inkompatibilität gegenüber den alten Kisten (RISC OS 5.24, ARMv8).

Seit dem letzten ADFFS-Update hat Jon auch noch ein paar alte Spiele sauber paketiert freigegeben, S.W.I.V. dürfte darunter das bekannteste (und aus meiner Sicht auch das beste) sein. Ein paar weniger bekannte Spiele von Cambridge International Software sind auch mit dabei, das bekannteste darunter dürfte MicroDrive sein, ein Golf-Spiel nach Leaderboard-Art, das angeblich eines der realistischeren seines Genres sein soll. Mein absolutes RISC OS-Lieblingsspiel, Spheres of Chaos, hat inzwischen auch das Licht der Welt erblickt. Auf einem A3000 mit Gamer’s Upgrade – 4 Spieler am Joystick, einer an der Maus und drei an der Tastatur – wäre zu versuchen, ob das mit ADFFS und USBJoystick nun wieder möglich wäre. Ein Projekt für die Weihnachtsfeiertage.

Danke an Jon und an Alan Buckley für die neue Variante via Paket-Management – das sollte die Sache für viele Benutzer stark vereinfachen.

Schnellere Grafik für ARMX6 und mini.m

R-Comp hat die Verfügbarkeit eines Grafiktreibers für die Beschleunigung diverser Videooperationen für iMX6-basierte Systeme verkündet. Von Adrian Lees implementiert (die Älteren erinnern sich: der ARM-Magier, der uns Aemulor und Geminus gebracht hat) und für die Kleinigkeit von 30 UKP käuflich zu erwerben. Ob zukünftig ausgelieferte Maschinen dieses Feature bereits kostenlos mitliefern, ist unklar.

Hier ist die Ankündigung von R-Comp nachzulesen. Wer der Preis vermisst: so sind sie halt, die Briten. Wer auf der R-Comp-Webseite stattdessen danach sucht, wird derzeit ebenfalls nicht fündig. Details, welche Dinge beschleunigt werden, sind ebenfalls nur über die Mailingliste zu erfahren. Aber: man kann dieses Add-On immerhin über !Store kaufen, den Online-Shop-als-Application von R-Comp. Ja, das Dingens mit der gruselig unsicheren Zahlungsweise.

Was als “up to 10x better real-world performance” angekündigt wurde, entpuppt sich jetzt als klassische hardwarebeschleunigte Rectangle Copy. Sicherlich schön, aber nicht gerade bahnbrechend. Immerhin schließen jetzt an dieser Performance-Ecke ARMX6 und mini.m endlich zu Titanium, IGEPv5, PandaBoard, Raspberry Pi, IYONIX pc und RiscPC+ViewFinder auf. Ja, alle diese hatten von Anfang an diese Beschleunigung aktiv. Siehe auch hier die Benchmark-Ergebnisse, der ARMX6 dort ist natürlich noch ohne die neue Beschleuniger-Funktion vermessen worden.

Glückwunsch, R-Comp!

RISC OS demnächst unter Apache-Lizenz

Es gibt Bewegung an der RISC OS-Lizenz-Front. Vor wenigen Stunden kam die für mich überraschende Nachricht, dass die von vielen ungeliebte Castle-Lizenz demnächst durch die Apache 2.0 License abgelöst wird.

Zuvor gab es die Ankündigung, dass RISC OS Developments Ltd. (im Prinzip Andrew Rawnsley von R-Comp/RCI und Richard Brown von Orpheus Internet/GeneSys Developments Ltd. neben ein paar ungenannten Investoren, gegründet im April 2017, einzig bisher sichtbares Ergebnis: das OBrowser-Frontend zum Otter-Browser-Port, und keinesfalls nicht zu verwechseln mit der angekündigten, aber nie vollzogenen Umbenennung von RISCOS Ltd. nach RISCOS Developments Ltd. von anno 2004 beim letzten großen RISC OS-Lizenzkrach) die Rechte an RISC OS komplett durch die Übernahme von Castle Technology erworben hat – ein paar Details nebst ein wenig historischem Kontext dazu bei RISCOSitory.

Was bedeutet das in der Praxis? Man weiß es nicht. Wer bisher aufgrund der “aber es ja gar nicht echtes Open Source!”-Problematik nicht an RISC OS mitarbeiten wollte, hat nun keine Ausreden mehr. Oder besser gesagt: diese eine Ausrede gibt es nicht mehr, aber es ist natürlich immer noch nicht GPL (die Lieblingslizenz derer, die lieber schwätzen als machen) und der Compiler wird vermutlich auch nicht unter der APL freigegeben (dazu gibt es zumindest noch keine Infos), d.h. die Mitentwicklung an RISC OS erfordert weiterhin, ein paar Euros in die Hand zu nehmen.

Als problematisch empfinde ich, dass der Zwang der Castle-Lizenz zum Feedback von Änderungen von kommerziellen Lizenznehmern nun wegfällt. Das bedeutet prinzipiell eine Fork-Gefahr durch kommerzielle Verwender, was das fragile RISC OS-Gebilde doch sehr beschädigen könnte. Hätte R-Comp die bei der ARMX6-Entwicklung vorgenommenen Änderungen wirklich in die Mainstream-Version zurückgespeist? Da bin ich unsicher. Die wenigen Firmen, die noch im RISC OS-Markt tätig sind, sind aus meiner Sicht nicht gerade als große Verfechter der Open Source-Idee bisher in Erscheinung getreten, sondern eher als Schmarotzer der großen Open-Source-Welt. Die Versuchung, billige ARM-Boards mit einer RISC OS-Portierung in teure RISC OS-Maschinen zu verwandeln und die notwendigen Treiber für sehr relevante Zeiträume (also deutlich länger als die bisher durch die Castle-Lizenz maximal vorgegebenen 12 Monate) Closed-Source zu halten, dürfte riesig sein.

Im Prinzip könnte solch einer Fehlentwicklung nur durch eine starke Community begegnet werden, die den Open-Source-Gedanken hochhält und Firmen weitestgehend boykottiert, die diese Ideen konterkarieren wollen. Leider ist die RISC OS-Community nach meiner Einschätzung ungefähr das glatte Gegenteil – die Neigung, aufgrund irgendwelcher Versprechungen irgendwem reichlich Geld in den Rachen zu werfen scheint mir ungebrochen – “to support the market”, wie es immer so schön heißt. Spricht aber eben nicht für einen gesunden Markt, wenn man Geld für etwas zahlt, was man eigentlich nicht haben will oder zumindest nicht für den aufgerufenen Preis.

Aber es freut mich, dass die ewige Lizenzdiskussion nun hoffentlich endgültig ein Ende hat. RISC OS ist jetzt echtes Open Source! So richtig OSI! Ohne wenn und aber! Die letzten Signale waren nicht gerade so, dass man das erwarten durfte, Relicensing von altem IP-Zeugs ist immer eine Aufgabe, zumal bei der vorliegenden Historie von RISC OS von mehr als 30 Jahren.

Demnächst ist die RISC OS London Show, da gibt es eventuell mehr Details zu erfahren.

ADFFS 2.68 verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.68 verkündet. Hauptneuheit ist partielle Unterstützung für WIMP-basierte 26bit-Spiele wie Aldebaran, Elite oder Sim City – also Spiele, die zunächst sich nach dem Start auf der Iconbar wie eine normale RISC OS-Anwendung installieren, dort begrenze Interaktion erlauben (Highscores anschauen, Version anschauen, Einstellungen vornehmen) und nach Click aufs Icon erst den Bildschirm vollständig übernehmen. Auch die Unterstützung von USB-Joysticks ist nun erstmals in einer Release-Version verfügbar. Dazu wie üblich eine größere Menge Bugfixes und Erweiterungen, um weitere Spiele ans Laufen zu kriegen – insbesondere die wenig bekannten Topologika-Titel waren wohl eine harte Nuss.

Einfach mal testen – und nicht vergessen: “Boot floppy” verwenden zum Start der Spiele! Das JASPP hat auch ein paar neue Spiele in den letzten Monaten freigegeben, einfach regelmäßig hier nachschauen. Die 32bit-Version von Exodus ist sicher das Highlight, dazu Lemmings 2 und die CD-Version von Dune II, für die Jon extra eine aufgebohrte Version von CDFaker gebaut hat (siehe hier).

Happy (Retro) Gaming!