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Arcade BBS – A Blast From The Past

Wer schon etwas länger in der RISC OS-Szene dabei ist, und Anfang der 1990er schon im Besitz eines Modems war, dem ist vermutlich die Arcade BBS noch ein Begriff. In den unendlichen Weiten des Fidonets gab es für Acorn-Benutzer im Prinzip drei Hauptanlaufstellen: „The World of Cryton“ von Hugo Fiennes (früher bekannt für ARCterm und ARCbbs sowie Inhaber der Firma „The Serial Port“, später dann für den ersten MP3-Player für den Standard-DIN-Schacht eines Autos namens Empeg, noch später bei Apple mit dem iPod zugange, dann bei Google, inzwischen im IoT-Bereich aktiv), „Arcade BBS“ von den beiden Daves (David Dade und David Coleman), und ARCpool von Stefan Brück, beheimatet in Wolfsburg. „Mailbox“ war der deutsche Begriff für diesen entfernten Vorläufer von Servern im Internet, „BBS“ der englische – „Bulletin Board System“.

Die Arcade BBS ist immer noch ein reicher Fundus an Software aus der großen RISC OS-Zeit Anfang/Mitte der 90er und damit ein Eldorado für Classic-Computing-Fans. Im Gegensatz zu anderen Mailboxen hat die Arcade BBS über all die Jahre den Aufstieg des Internets überlebt und sich in die Infrastruktur des Internets integriert – FTP- und Telnet-Zugang standen zur Verfügung.

Der Internetanschluss der Arcade BBS war über Demon Internet realisiert – Demon war früher in England einer der typischen Dienstleister mit starkem technischem Hintergrund, kein Massenhoster mit dicken Leitungen und großen Rechenzentren, sondern echte Experten mit liebevoll gepflegter Infrastruktur und einem offenen Ohr für Randgruppen aller Art. Das ist nun seit einigen Jahren und der Übernahme durch Vodafone Geschichte, die meisten RISC OSler sind längst woanders gelandet, und nun auch die Arcade BBS. Die alte URL ist nicht mehr erreichbar.

Aber: alles neu macht der Mai. Die Arcade BBS ist ab sofort unter http://www.arcade-bbs.net/ erreichbar. Oder per Telnet: telnet.arcade-bbs.net. Oder per FTP ftp://ftp.arcade-bbs.net/.

Viel Spaß bei einem Trip in die gute alte Zeit.

The Icon Bar ist wieder aktiv

Laut eigener Aussage „the longest running RISC OS portal“, hatte „The Icon Bar“ in letzter Zeit eine eher sparsame Artikelpublizierfrequenz hauptsächlich bestehend aus Show-Ankündigungen für Wakefield oder die London-Show – nur in den Foren gab es die eine oder andere aktive Diskussion.

Jetzt wurde neue Aktivität entfaltet – 3 Artikel seit dem 30. Oktober sind für RISC OS-Verhältnisse beinahe schon in der Kategorie „hektische Betriebsamkeit“ zu verorten. Wäre schön, wenn die Freunde von der Insel generell wieder etwas aktiver werden, in letzter Zeit waren nur noch RISCOSitory und The RISCOS Blog einigermaßen regelmäßig am Start.

Mark Stephens hat das Heft in die Hand genommen und versorgt uns jetzt bei The Icon Bar wieder mit Neuigkeiten. Vorbildlich. Auch wenn noch etwas Verwirrung verbreitet wird bezüglich Fireworkz vs. Fireworkz Pro. Ich habe hier versucht es auseinanderzuklamüsern.

Die gehackte Webpräsenz

Irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr ist es passiert – genauer ließ es sich nicht rekonstruieren. Meine Webpräsenz wurde gehackt. Alle vier WordPressInstallationen und die Drupal-Installation waren betroffen. Die dahinter liegenden Datenbanken waren Gott sei Dank sauber.

Wie äußerte sich der Hack? Einige Benutzer berichteten von Redirects auf Phishing-Seiten, die meisten waren aber nur von schlechterer Performance betroffen, weil in die HTML-Daten JavaScript injected wurde, das auf gewisse Fremdseiten zugriff, die unglaublich schlechte Antwortzeiten hatten. oil-hockey.ch und rardec.co.uk waren darunter. Das verzögerte den Aufbau der Webseiten erheblich.

Klassifiziert war das Problem als „JS:Injection-A“ (Avast) oder „Mass Injection Website 19“ (Symantec). Für mehr Details hier ein Link zu Symantec. Es dauerte nicht lange, bis die Webpräsenzen bei mindestens einem Dienst (Norton Safeweb) auf der Blacklist standen. Das zieht dann weitere Kreise – vor allem Firmen haben oftmals automatische Verfahren, um Zugriffe aus dem Intranet auf Seiten auf Blacklists zu unterbinden. Gott sei Dank gab es bei Norton Safeweb eine relativ unkomplizierte Möglichkeit, eine Reevaluierung des Zustands zu veranlassen.

Seit einer Woche ist nun wieder alles bereinigt – WordPress- und Drupal-Neuinstallation nebst zwei WordPress-Theme-Wechseln (die alten sind noch verseucht, die muss ich noch aufräumen) hat das Problem gelöst. Dazu natürlich die Routine-Dinge wie Wechseln aller Passwörter. Scheiss-Aufwand, aber man lernt ja was dabei (man soll ja alles positiv sehen).

Ich danke meinen aufmerksamen Blog-Lesern, die mich über das Problem informiert haben, weil ihre Sicherheitssoftware angesprungen ist. Wer seine Webpräsenz schnell online auf Malware checken will, dem sei der Online-Security-Scanner von Sucuri empfohlen.

Und was lernt man daraus? Früher war alles besser – da hätte man schnell ein paar alte Versionen der HTML-Dateien eingespielt und fertig wäre die Säuberungsaktion. In der heutigen Welt der CMS-Systeme mit ihrem üblen PHP-Verhau dauert eine Analyse viel länger. Und: nur weil eine Webpräsenz eine überschaubare Anzahl Besucher hat – man sollte also denken, dass so ein Hack ein wirklich schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis hat – heißt das nicht, dass nicht doch ein paar üble Gesellen Hand anlegen. Abgesehen davon ist es nie schlecht, regelmäßig Backups zu machen – ok, das ist eine IT-Binsenweisheit, das sollte man schon vorher gewusst haben.

Frohes Fest

Ich wünsche allen meinen Lesern – die sich allein deshalb glücklich schätzen können, weil sie zu einem ganz kleinen elitären Kreis gehören, noch kleiner als von RISC OS gewöhnt – ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Wir dürfen gespannt sein, was 2016 so bringt. Auf meinem Wunschzettel:

  • neues CDVDBurn-Release
  • Basis-Multicoreunterstützung in RISC OS
  • die Vervollständigung der 32bit-ung von Impression-X
  • Runderneuerung der Filesystem-Architektur in RISC OS (nicht nur dieses)
  • BeagleBoard-X15 mit RISC OS-Port

Leider werde ich maximal auf Punkt 1 Einfluss nehmen können, aber zumindest da tue ich mein Bestes.

GAG-Treffen 2015

Vergangenes Wochenende war mal wieder GAG-Treffen in Siek, und traditionell war ich wieder mit dabei. Inzwischen ist das GAG-Treffen beinahe die einzige Möglichkeit in Deutschland, Gleichgesinnte in Sachen RISC OS persönlich zu treffen – dies auch ein Hinweis auf die Jungs von der Arche e.V., mal wieder ein Treffen im Unperfekthaus zu organisieren. Und vielleicht sogar einen Hinweis an mich selbst, ein allerletztes Treffen im wilden Süden zu veranstalten?

Jedenfalls ist das GAG-Treffen für mich immer eine Chance, lange aufgeschobene Dinge in Angriff zu nehmen. Diesmal auf der Tagesordnung stand z.B. der Otter-Browser (eine Qt-WebKit-Portierung), den ich einer intensiven Prüfung unterzog. Performance ist hier das große Thema, denn für RISC OS-Verhältnisse ist die Software riesig – der Startup dauert ewig (Raspberry Pi 2 mit schneller SD-Karte: knapp 30s), was nicht zuletzt an der neuen Welt der Shared Libraries liegt – viele kleine Dateien dauern eben länger als eine große Datei. Hier kann der Einsatz der RAM-Disc Wunder bewirken, was wieder mal zeigt, dass das ganze File-IO-Thema unter RISC OS dringend einer grundlegenden Überarbeitung bedarf – anständiges Buffering und Cacheing wären ein guter Anfang. Etwas frustrierend war die Tatsache, dass wir den Otter nur auf dem RPi 2 zum Laufen bekommen haben, nicht jedoch auf PandaBoard und IGEPv5. Grund weiterhin unklar.

Prinzipiell halte ich den Otter-Browser für einen großen Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die derzeitige Lösung noch stark holpert. Die Frage ist, ob man auf der Qt-Basis eine performante und anständig in RISC OS integrierte Lösung ans Laufen bringt, oder ob man das große Rad drehen und WebKit direkt an RISC OS anflanschen muss.

Genug von der Browser-Geschichte. Ein Highlight war die Kurzdemo der neuen Khronos-Library, die von Lee Noar entwickelt wurde und die praktisch ein Wrapper-Modul um Linux-Code ist, der diverse Hardware-Features des Raspberry Pi (alle Varianten) zur Verfügung stellt, darunter Video-Overlays und Open GL. Die verfügbaren Beispiele sind noch sehr rudimentär und durchaus absturzwillig (wobei dann das Overlay erhalten bleibt und nur ein Reset hilft), aber die Software ist noch jung, gerade mal seit etwa einer Woche in der mehr oder weniger freien Wildbahn.

Ich widmete mich auch noch intensiv einer anderen Front: Emulation. ADFFS, ArchiEmu und ArcEm standen auf dem Programm. ADFFS war ein kompletter Fehlschlag – ich konnte keines der angeblich auf dem Pi unterstützten Spiele zum Laufen bringen, und finde das Handling zum Starten der Spiele sehr unergonomisch. Ich werde mich dieser Tage mal ins JASPP-Forum begeben, um die Probleme aufzuarbeiten. ArchiEmu habe ich nur kurz angetestet, hier erntete ich nur direkte Abstürze. ArcEm war etwas vielversprechender, aber die Ergonomie ist stark suboptimal – so muss man z.B. zu verwendende Floppies und Harddiscs nach einer bestimmten Konvention benennen, um sie verwenden zu können. Und es ist mir nicht gelungen, den selbstextrahierenden SparkPlug unfallfrei auf die emulierte MFM-Platte zu bekommen. Immerhin hat der Boot sowohl nach RISC OS 2 als auch RISC OS 3.10 geklappt. Ich denke, darüber gibt es mal einen eigenen Blog-Artikel.

Den ARMX6 (i.MX6-Basis) gab es ebenfalls zu sehen. Sauschnell (vor allem in Sachen Platte – S-ATA statt USB zahlt sich aus), aber eben leider mit dem üblichen üblen R-Comp-Preisaufschlag. Und wie sich rausgestellt hat gibt es doch an der einen oder anderen Stelle noch Kompatibilitätsprobleme zu beheben, aktuell macht Photodesk Probleme.

Nein, liebe c’t, RISC iX war nie im ROM

Über merkwürdige Wege bin ich neulich auf einen Artikel über die ARM-Historie in der c’t gestoßen – schon sehr alt, von 2002 um es genauer zu sagen. Aber Fehler veralten ja nie, und so ist es mir ein Bedürfnis, der Welt mitzuteilen, dass die Idee, dass der R140 mit RISC iX im ROM ausgeliefert wurde, natürlich komplett absurd ist. RISC iX war schon immer nur auf der Platte, es wurde schon immer über RISC OS gestartet, welches das OS im ROM war.

Die Unschärfe beim Thema Lander und Zarch ist man inzwischen fast schon gewohnt, genauso wie kreative Schreibweisen wie RISC-PC oder RISC-OS. Und nein, es war nicht der „Cambridge Ring“, der von Acorn primär als Netzwerk bei den 6502-basierten Modellen verwendet wurde, sondern das gute alte Econet. Auch wenn es mal eine Broschüre von Acorn zum Cambridge Ring gab.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch den bisher einzigen Kommentar (von 2014) zum Artikel gelesen und mit einigen korrigierenden Hinweisen  versehen. Leute kommen ja auf Ideen…und die Amiga-Fraktion war bezüglich ihrer Brillen-Rosafärbung schon immer ganz vorne dabei.

Frohes Fest und guten Rutsch

Ich wünsche allen Lesern des hubersn.RISC OS-Blogs ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ich hoffe, ich kann Qualität und Frequenz der Blogeinträge auch in 2015 halten oder sogar ausbauen. Mit dem Start als Neublogger in 2014 bin ich soweit ganz zufrieden, ich hoffe meine Leser sind es auch. Anregungen und Kritik gerne jederzeit per Kommentar oder per Mail.

hubersns RISC OS-Blog

RISC OS ist vor allem in Deutschland nur einer eingeschworenen Gemeinde bekannt. Es gibt nur wenige deutschsprachige Informationsquellen, die vermutlich beste ist die GAG-News, aber „dead tree publishing“ hat nicht zu kompensierende Nachteile. Die ArcSite macht seit buchstäblich Jahrzehnten einen großartigen Job, aber ich denke daneben ist noch etwas Platz.

Es ist nun nicht so, dass täglich interessante Dinge in der Welt von RISC OS passieren. Aber das Ziel ist schon, einmal die Woche einen hoffentlich interessanten Beitrag zu publizieren.

Wer RISC OS nicht kennt, in aller Kürze: RISC OS ist ein schnelles, schlankes, modulares Betriebssystem für die ARM-Prozessorarchitektur. Anno 1988 von Acorn in Cambridge (UK) erdacht, ist es das vermutlich am wenigsten Linux-artige Betriebssystem, das aktuell noch weiterentwickelt wird. RISC OS macht vieles anders als die bekannten Betriebssysteme – was bezüglich der Architektur durchaus nachteilig ist, setzt es im Bereich der graphischen Oberfläche noch immer Maßstäbe.

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