Emulation

ADFFS 2.68 verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.68 verkündet. Hauptneuheit ist partielle Unterstützung für WIMP-basierte 26bit-Spiele wie Aldebaran, Elite oder Sim City – also Spiele, die zunächst sich nach dem Start auf der Iconbar wie eine normale RISC OS-Anwendung installieren, dort begrenze Interaktion erlauben (Highscores anschauen, Version anschauen, Einstellungen vornehmen) und nach Click aufs Icon erst den Bildschirm vollständig übernehmen. Auch die Unterstützung von USB-Joysticks ist nun erstmals in einer Release-Version verfügbar. Dazu wie üblich eine größere Menge Bugfixes und Erweiterungen, um weitere Spiele ans Laufen zu kriegen – insbesondere die wenig bekannten Topologika-Titel waren wohl eine harte Nuss.

Einfach mal testen – und nicht vergessen: “Boot floppy” verwenden zum Start der Spiele! Das JASPP hat auch ein paar neue Spiele in den letzten Monaten freigegeben, einfach regelmäßig hier nachschauen. Die 32bit-Version von Exodus ist sicher das Highlight, dazu Lemmings 2 und die CD-Version von Dune II, für die Jon extra eine aufgebohrte Version von CDFaker gebaut hat (siehe hier).

Happy (Retro) Gaming!

RPCEmu 0.9.0 ist da

Im Oktober 2017 gab es die erste RPCEmu-Testversion, die auf Qt statt auf Allegro basierte – hier meine damalige kurze Zusammenfassung der Vorteile der Qt-Implementierung gegenüber Allegro. Vor allem die neue Software-Skalierung im Fullscreen-Modus ist Gold wert, weil es im Windows-Umfeld sehr sauber und problemlos funktioniert, und die Software-Skalierung oft sogar bessere Ergebnisse liefert als die Skalierungsfunktion von Betriebssystem oder Bildschirmhardware.

Heute ist RPCEmu 0.9.0 erschienen, die erste Qt-basierte Release-Version nach einer Reihe von Testversionen, um diverse obskure Bugs zu fixen. Der Qt-Branch wurde gleichzeitig wieder in das Hauptrepository (Mercurial) gemergt .

Meine Wünsche für die Version 1.0:

  • konfigurierbarer Pfad für HostFS – dann kann es auch wieder einen Windows 7ff-tauglichen Installer geben, damit die Software nach “Programme” und die Daten woandershin können
  • Unterstützung von MimeMap in HostFS (ich arbeite noch dran, die RPCEmu-Entwickler davon zu überzeugen, dass das eine gute Idee ist)
  • multiple Mounts für HostFS – System-Profile-Definitionen, um einfach zwischen verschiedenen RISC OS-Versionen, RAM-Configs und HostFS-Mounts zu wechseln
  • Bug bezüglich IDE-Emulation für RISC OS 5 fixen
  • Erscheinungsdatum noch 2018 🙂

Update: ich habe meine Seite “Emulatoren für RISC OS” auch auf den neuesten Stand gebracht.

ADFFS 2.65 public beta und Joysticks

Jon Abbott hat ADFFS 2.65 als “public beta” zum Download bereitgestellt. Ein großer Schritt nach vorne, arbeitet es doch eng verzahnt mit Richard Walkers USBJoystick-Modul zusammen, um endlich die Freuden des Knüppels abseits der Originalhardware bereitzustellen.

Joystick-Unterstützung war immer ein schwieriger Fall bei Acorns 32bittern. Erst der A3010 hatte eingebaute Joystick-Ports, und erst mit dem darauf ausgelieferten RISC OS 3.10 bequemte sich Acorn dazu, eine SWI-Schnittstelle zur sauberen Joystick-Unterstützung bereitzustellen. Offenbar waren Spiele auf Computern zu unseriös für die auf den Bildungsmarkt zielenden Acornianer.

Der geneigte Joystick-Nutzer und Archimedes-Zocker war also lange Zeit (wie schon auf den BBC-8bittern) auf 3rd party Interfaces angewiesen – The Serial Port, Vertical Twist, RTFM, Voltmace, LogikJoy, Gamer’s Upgrade, JoyConnect…man ahnt es schon, jedes einzelne nur zu sich selbst kompatibel. Eine Ausnahme – RTFM und LogikJoy, beide steckte man in den meist ungenutzten Econet-Steckplatz, waren Hardware-kompatibel. Und später gab es immerhin für fast alle Hardware-Interfaces ein Modul, welches Kompatibilität mit den Acorn-SWIs herstellte. Nicht unerwähnt soll auch Ian Haylocks Joystick-Interface für den Parallel-Port bleiben, das hatte ich jahrelang erfolgreich am Risc PC betrieben.

Jedenfalls hat sich Jon Abbott die Mühe gemacht, quasi alle Spiele die es je für RISC OS gab auf ihre Joystick-Kompatibilität zu prüfen. Ursprünglich basiert das auf der Analyse des Codes und welche SWIs drin genutzt werden, inwieweit diese Liste inzwischen experimentell erhärtet wurde weiß ich nicht.

Unverzichtbar auf den modernen Plattformen ist Richard Walkers USBJoystick-Modul. Im Prinzip unterstützt es alle HID-kompatiblen USB-Joysticks, egal ob analog oder digital. Im Moment muss ggf. noch händisch gemappt werden, welcher Knopf denn nun Feuerknopf 1 ist und welche Achsenbewegungen auf x- und y-Achse wirken. Als Besonderheit im Zusammenwirken mit ADFFS kann ADFFS die über USBJoystick bereitgestellten Informationen so bereitstellen, als wenn ein RTFM-Interface diese ausgelesen hätte – notwendig für einige Spiele älteren Datums, die direkt die Hardware des RTFM-Interfaces angesprochen haben.

Wenn man Jons Erkenntnisse so im Zusammenhang liest, muss man sich teilweise wundern, dass die Spiele damals überhaupt auf der Originalhardware liefen. Dass damals gerne mal am Betriebssystem vorbei programmiert wurde, ist ja lange leidvolle Erfahrung und ein steter Quell von Inkompatibilitäten aller Art.

Meine eigenen Experimente mit ADFFS und meinen diversen USB-Joysticks stehen noch aus. Ich muss mal in den diversen Bastelkisten kramen, aber ich habe auf jeden Fall folgendes am Start:

  • Competition Pro USB (in der goldenen Jubiläums-Edition)
  • PS3-Joypad
  • USB-PS2-Joypad-Adapter
  • diverse USB-Gameport-Adapter und ebenso diverse Gameport-Joysticks vom Competition Pro (Mini) bis zum Gravis Analog Joystick

ADFFS 2.63 verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.63 verkündet. Es gab viele Verbesserungen und Bugfixes, insbesondere für ARM7-basierte Systeme (Risc PC mit ARM710, A7000(+)) und für den IYONIX, der jetzt auf Augenhöhe mit dem Pi bezüglich der Spielekompatibilität sein sollte – wichtig ist hier, ein entsprechendes MDF am Start zu haben mit den für Spiele typischerweise notwendigen Auflösungen. Nebst einem Monitor, der diese auch verarbeiten kann.

Unter den Spielen, die nun unter ADFFS funktionieren, ist sicher Heroes of Might and Magic 2 am bekanntesten.

Außerdem wurden diverse Spiele von Alpine Software im Rahmen des JASPP freigegeben. Dabei handelt es sich um klassische Grafik-/Text-Adventures, neudeutsch “Interactive Fiction”, die noch den Geist der 80er atmen. Und tatsächlich teilweise aus den späten 80ern stammen. Cool: mit ALPS wurde auch das Authoring-System freigegeben, mit dem der geneigte User selbst solche Adventures kreieren kann.

Hier kann man ADFFS 2.63 runterladen.

Aemulor 2.40 ist da

Adrian Lees hat sein Versprechen wahr gemacht und hat aktuelle Entwicklungsversionen von Aemulor für alle relevanten Plattformen veröffentlicht. Hier gehts zu den Downloads. Zum ersten Mal ist auch der Pi3 (Cortex-A53, ARMv8) unter den unterstützten Plattformen. Ebenfalls sollte diese Aemulor-Version nun mit den neueren RISC OS-Versionen zurecht kommen – Stichwort Zero Page Protection und High Vectors.

Alle Plattformen, für die es jemals Aemulor gab? Nein, die Formulierung “alle relevanten Plattformen” war mit Bedacht gewählt. Denn der A9home ist nicht darunter…arme kleine blaue Kiste.

 

RPCEmu demnächst Qt-basiert

Über die RPCEmu-Mailingliste kam heute die Bitte von Peter Howkins, sich am Test von RPCEmu 0.8.99 zu beteiligen.

Was ist neu in dieser Version von RPCEmu? Endlich wurde die unselige Allegro-Bibliothek über Bord geworfen, stattdessen wird jetzt Qt5 verwendet. Was gleichzeitig dazu führt, dass das UI (Menüs, Einstellungen) jetzt unter Windows, Mac und Linux vollwertig ist und nur einmal gepflegt werden muss.

Das Screenmode-Handling wurde im Fullscreen-Modus dahingehend geändert, dass nun auf die native Auflösung skaliert wird und nicht mehr der Bildschirmmodus selbst verändert wird, was bekanntlich unter nicht-RISC OS-Betriebssystemen erstaunlich oft zu Problemen führt – in meinem Fall hat Windows regelmäßig fälschlicherweise nach Rückkehr aus dem Fullscreen-Modus gemeldet, ich würde nicht die native Auflösung des Displays verwenden und solle das doch bitte ändern.

Gleichzeitig wurde auf das Qt-Threadingmodell umgestellt, so dass nun die Emulation sauber im Hintergrund weiterläuft, während man die Menüs öffnet oder Einstellungen anpasst. Auch gefreut hat mich der neue Warndialog, der einen auf den bevorstehenden Reset hinweist wenn man die Einstellungen ändert.

Ein paar Bugfixes bei der ARM-Emulation sind auch eingeflossen.

Ironischerweise hilft die Umstellung von Allegro auf Qt5 auch für eine RISC OS-Portierung – Chris Gransden, Meister der tausend Portierungen, hat direkt die Maschinerie angeworfen und eine mehr oder weniger lauffähige “RISC OS 5 on RISC OS 5”-Emulation vermeldet. Performancetechnisch sparsam (angezeigte 18 MIPS auf einem Titanium, also etwa ARM3-Speed – kein Wunder, enthält RPCEmu doch nur einen x86/x64-JIT und muss bei ARM-on-ARM rein interpretierend arbeiten), mit einigen Nicklichkeiten wie nicht funktionierender Tastatureingabe, aber ansonsten funktionsfähig.

Update

Chris Gransden hat einen Teaser-Screenshot veröffentlicht, RISC OS 4 in RPCEmu auf RISC OS 5-Titanium.

ADFFS 2.62 verfügbar

Man mag mir meine kurze Blog-Abstinenz verzeihen, ich hatte kurzfristig mit einem entzündeten Schleimbeutel im Ellenbogen zu kämpfen. Zum Wiedereinsteig gibt es natürlich nichts besseres als ein altes Lieblingsthema von mir: ADFFS.

Gar nicht lange nach 2.61 hat Jonathan Abbott heute die Verfügbarkeit von Version 2.62 verkündet.

Es kehrt mehr Benutzerfreundlichkeit ein – ADFFS ist nicht mehr länger auf ein aktives SparkFS angewiesen, um die JFD-Images zu lesen, die technisch ja nichts anderes als ZIP-Archive sind. Das ist in vielerlei Hinsicht positiv – viele Problemmeldungen von Benutzern hatten mit nicht aktivem SparkFS zu tun, d.h. Jon hat jetzt weniger Arbeit beim Support. Zudem ist es speichertechnisch vor allem auf den alten Maschinen ein Segen, obwohl SparkFS jetzt kein ausgewiesener Speicherfresser war. Aber bei einem typischen Maximum von 4 MiB RAM zählt jedes Byte.

Weitere Verbesserungen im Detail beziehen sich vor allem auf die Kompatibilität mit neuesten RISC OS 5.23 Nightly Builds, wo es ja erneut Änderungen am Handling der Zero Page gab (Beitrag folgt noch). Bugfixes für einige Spiele sind auch inklusive, z.B. für Stunt Racer 2000 sowie einem Spiel, das m.W. in Deutschland immer noch nicht genannt werden darf.

Also: 2.62 runterladen und Spaß haben. Nicht vergessen: auf den Pis muss EDID deaktiviert werden, damit die GPU das Scaling übernimmt.

ADFFS 2.61 verfügbar

Ein gutes halbes Jahr ist vergangen seit dem Release von Version 2.60, und so hat Jonathan Abbott nach zahllosen Verbesserungen und Bugfixes heute die Verfügbarkeit von Version 2.61 verkündet.

Hauptänderung ist die Verwendung eines 26bit-BASIC-Moduls unter JIT-Kontrolle anstatt des bisherigen Ansatzes, das Original Maschinen-BASIC zu patchen. Außerdem wurden viele der Patch-Skripte verbessert, so dass nun eine ganze Reihe Spiele problemlos auf dem Pi laufen – Highlights sind hier sicherlich die StrongARM-Versionen von Chocks Away Compendium und Stunt Racer 2000, sowie Syndicate+ und X-Run.

Also, runterladen und ausprobieren. Läuft inzwischen auf jedem Pi inklusive des ARMv8-RPi 3. Man muss eigentlich nur beachten, dass bei zu neuen RISC OS-Versionen die Umschaltung der Auflösung weiterhin von der Pi-GPU übernommen wird, damit AnyMode sein Werk tun kann. Dazu braucht es die Zeile disable_mode_changes in der CMDLINE.TXT im Pi-Bootloader. Besitzer eines klassischen Archimedes müssen sich um solche Feinheiten natürlich nicht kümmern, dürfen zum Ausgleich aber lange Ausschau nach einem funktionierenden Monitor halten.

RISC OS auf Linux portiert

Zugegeben, die Überschrift klingt irgendwas zwischen merkwürdig und erklärungsbedürftig.

Timothy Baldwin hat im ROOL-Forum genau das angekündigt: ein RISC OS, das unter Linux läuft. Und zwar nicht in einem Emulator, sondern nativ (falls es sich um ARM Linux handelt, sonst wird QEMU genutzt).

Ich habe es noch nicht selbst ausprobiert, aber was dort zu lesen ist, klingt schon sehr interessant (wenn auch noch nicht ganz produktionsreif). Im Prinzip wird das RISC OS-ROM-Image quasi als Linux-Anwendung ausgeführt. Im User-Space wohlgemerkt. Als Standard-Linux-Prozess. Ein spezielles Dateisystem, genannt IXFS, sorgt für die Verbindung zum Linux-Dateisystem und kümmert sich auch um die Speicherung der RISC OS-Spezialitäten (Load/Exec bzw. Filetype) in den Metadaten. Video-, Maus- und Tastaturtreiber verbinden sich via Unix Domain Socket (Interprozesskommunikation nach POSIX-Art – auch IPC genannt) mit einem Prozess, der dann z.B. für die Darstellung des “Bildschirms” SDL2 verwendet.

Das Posting nennt auch ein paar Bereiche, wo es noch Schwächen gibt. Aber immerhin ein erster Schritt, und einige Anwendungen laufen bereits.

Hier ist das GitHub-Projekt zu finden.

Wie immer bei neuen Entwicklungen gibt es jede Menge Unwägbarkeiten, und es ist sicher ein typisches 80-20-Softwareprojekt – obwohl schon zu 80% fertig, wird die Perfektionierung noch sehr lange dauern. Aber sollte die Perfektionierung gelingen, ist das Projekt fast schon eine Revolution im RISC OS-Bereich. Es vereinigt die Vorzüge einer Emulationslösung mit den Vorzügen einer nativen Lösung. Gerade im Bereich der ARM-Boards gibt es ja eine Vielzahl von Geräten, auf denen Linux läuft, aber auf denen RISC OS niemals laufen wird, weil die Manpower für die Portierung fehlt und/oder gar nicht ausreichend Informationen über das verwendete SoC zur Verfügung stehen, um überhaupt eine Portierung zu ermöglichen (typische Beispiele sind SoCs von Rockchip, MediaTek und Allwinner, aber auch die Tegras von NVIDIA oder das Qualcomm-Zeugs oder die Samsung Exynos).

Optimistisch gesprochen ist ab sofort Linux der Hardware Abstraction Layer für RISC OS. Eine Revolution.

Erste Schritte mit MAME und der Archimedes-Emulation

Zwei Tage ist es her, dass ich über die Archimedes-Emulation in MAME zuerst gestolpert und dann berichtet habe. Nun gibt es einen ersten Erfahrungsbericht über den langen, schmerzhaften Weg bis zum vertrauten Anblick des RISC OS-Desktops.

Zunächst: das MAME-Team scheint nicht viel von Dokumentation zu halten, zumindest die Dinge, die von der MESS-Seite eingebracht wurden sind sehr sparsam dokumentiert. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die MAME-Philosophie zwar sehr gut auf Spielautomaten-Emulation passt, bei Computern aber eher holprig ist. Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer, und vermutlich liegt das nur an meinem einsetzenden Altersstarrsinn, dass sich doch gefälligst alle Emulatoren dieser Welt auch ähnlich verhalten sollten.

Aber ins Detail. Die Archimedes-Emulation (aa310 in der MAME-Abkürzung) hat zum Beispiel eine ganz genaue Vorstellung davon, welche Dateien unbedingt vorhanden sein müssen, bevor ein Start möglich ist. Dazu gehören ROM-Images und CMOS-Dateien. Die Dokumentation schweigt sich darüber aus, welche Dateien mit welchem Namen erwartet werden, aber man kann per

mame -listxml aa310

sich alles anzeigen lassen. Man erfährt dann, dass Arthur 0.30 und 1.20 sowie RISC OS 2.00, 2.01, 3.00, 3.10, 3.11 und 3.19 möglich sind. Benannt nach keinem einheitlichen Muster oder einheitlich in 4-ROMs-sind-4-Dateien-Form. Schade, schließlich gibt es ja die RISC OS Classic ROMs Collection, die hätte man ja durchaus als die kanonische Form verwenden können.

Merkwürdig: es wird auch eine CMOS-Datei erwartet (getrennt nach RISC OS 2 und RISC OS 3, aber keine speziell für Arthur), die ebenfalls – wie bei MAME üblich für ROMs – eine CRC und SHA1-Summe hinterlegt hat, also einen ganz bestimmten, vorbestimmten Inhalt haben muss. Seltsam für eine im Kern variable Datei – wöllte man fix gewisse Inhalte vorgeben, warum sie dann nicht gleich in MAME fest hinterlegen?

Wenn man dann sich entweder die benötigten Ressourcen selbst zusammengefrickelt hat (z.B. funktioniert es, wenn man die von anderen Emulatoren bekannten ic24.rom bis ic27.rom nebst cmos_riscos3.bin (z.B. von Arculator) ins Verzeichnis aa310 ins ROM-Verzeichnis kopiert) oder in den Weiten des Internets ein entsprechendes aa310.zip gefunden hat (nicht zu verwechseln mit dem alten, für MESS tauglichen a310.zip), kopiert man das in das ROM-Verzeichnis von MAME (egal ob noch im ZIP verpackt oder extrahiert in das Verzeichnis aa310).

So gerüstet, kann man nun das erste Mal die Emulation starten – entweder direkt MAME starten und sich durch die vielen emulierten Systeme hangeln, oder direkt per Kommandozeile

mame aa310 -bios 311

ein RISC OS 3.11 ordern. Nicht vom fehlschlagenden Selbsttest (roter Bildschirm) irritieren lassen, einfach kurz warten und das vertraute RISC OS-Startup-Banner begrüßt uns.

So weit, so gut. Und wie kriegt man jetzt die Software ins System? Wie immer bei Emulatoren: über Disketten-Images. MAME wird im Moment erweitert, um neben den üblichen ADF-Images auch APD und JFD zu unterstützen. Also ein paar ADFs nach mame\software kopiert, und man steht vor dem nächsten Rätsel: wie mounted man nun das Image? Des Rätsels Lösung: MAME bietet ein On-Screen-Menü, das man per Tastendruck auch “Scroll Lock” aufrufen kann. Kleines Problem in meinem Falle: die Laptop-Tastatur hat keine “Scroll Lock”-Taste anzubieten. Aber es gibt Abhilfe: man kann über eine Kommandozeilenoption eine andere Taste definieren – exemplarisch für die Tab-Taste:

mame aa310 -uimodekey TAB -bios 311

Und schon kann man über den Menüpunkt “File Manager” ein Floppy-Image auswählen, mit verschiedenen Mount-Optionen wie Read-Only oder Read-Write.

Ich wünsche fröhliches Experimentieren. Wer ein gescheites Frontend für MAME findet, bitte Meldung machen.