Hubersn

RISC OS 5.26 und NOOBS

Um einen sauberen Release-Stand unter der neuen Apache-Lizenz zu haben, ohne gleich das ganz große Release-Rad drehen zu müssen, hat RISC OS Open Ltd. kurzerhand die Version 5.24 als 5.26 neu released. Codetechnisch hat sich nichts verändert, nur die eine oder andere Lizenzdatei wurde angepasst. Konsequenterweise sind damit ab sofort auch alle Development-Versionen bei 5.27 angekommen. Damit entsteht nun die potenziell verwirrende Situation, dass RISC OS 5.25 weiter fortgeschritten war als RISC OS 5.26, aber das wird die überschaubare RISC OS-Community wohl gut verkraften können.

Eine Möglichkeit, auch auch auf dem recht neuen Raspberry Pi 3 A+ (wofür auch immer der im RISC OS-Universum gut sein soll – ein paar Euro weniger auf Kosten von USB-Anschlüssen und Ethernet?) die Version 5.26 einfach mal auszuprobieren ist seit einiger Zeit auch wieder die NOOBS-Distribution. Nach längerer Pause ist hier RISC OS neben zig Linux-Varianten wieder mit von der Partie.

Wer es nicht weiß: NOOBS (ein Akronym für “New Out Of the Box Software”) wird von der Raspberry Pi Foundation als Multi-OS-Installer für den schnellen Wechsel verschiedener Betriebssysteme angeboten, ideal für Pi-Einsteiger zum Ausprobieren verschiedener Varianten. Für dauerhafte RISC OS-Nutzung ist NOOBS aber nicht zu empfehlen, weil RISC OS die Filecore-Parition nicht einfach erweitern kann (und Filecore zudem nur eine Partition unterstützt) und man daher größere SD-Karten platztechnisch nicht ausnutzen kann. Da ist der Weg über SystemDisc und HForm weiterhin der bessere.

ADFFS 2.70 (auch via PackMan) verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat (schon vor einiger Zeit) die Verfügbarkeit von ADFFS 2.70 verkündet. Hauptsächlich Bugfixes fanden Einzug, damit funktionieren nun auch einige weniger populäre Spiele neueren Datums wie “DragonBall”, “Sally und Wally” oder die StrongARM-kompatible Version von “Saloon Cars Deluxe” aus dem Jahr 2000.

Wie schon 2.69 ist auch 2.70 über PackMan verfügbar, ebenso die bisher unter JASPP-Flagge re-releasten Spiele-Klassiker.

ISO-Images können nun direkt aus ADFFS erzeugt werden – das muss ich dringend mal testen. Leicht verbessert zeigt sich die Integration von USBJoystick, die ich leider immer noch nicht getestet habe. Aber demnächst bestimmt…

Jon arbeitet bereits an 2.71, das verbesserte Unterstützung für Spiele, die zunächst ins WIMP starten, mitbringen soll. Aldebaran, Elite, Karma, Sim City…da sind ein paar interessante Kandidaten dabei. Ist aber aufgrund der Art und Weise, wie ADFFS die Emulation implementiert, eine ziemlich harte Nuss zu knacken, weil man sich um die ganze WIMP-Environment-Handler-Grütze kümmern und mit anderen Anwendungen friedlich koexistieren muss.

RPCEmu 0.9.1 ist da

Ich muss noch ein paar aktualisierte Versionen nachliefern, beginnend mit dem Emulator der Herzen, dem RPCEmu.

Vor kurzem wurde die Version 0.9.1 veröffentlicht. Hauptsächlich Feinarbeit und kleinere Bugfixes prägen das Changelog. Der Netzwerk-Pseudo-Podule-Treiber wurde nun besser integriert, ist 26/32bit-neutral und SharedCLib-neutral und kann deshalb problemlos per Podule-Loader ohne explizites Softloading ins System gebracht werden. Etwas später wurden auf der Mailingliste noch Patches gereviewed, um unter MacOSX die Tastaturunterstützung wieder sauber zu ziehen, da gab es bei der Umstellung von Allegro auf Qt ein paar Verwerfungen. Eventuell sind die Patches auch hilfreich für die RISC OS-Portierung von RPCEmu, die mal experimentell von Chris Gransden durchgeführt wurde – dort haperte es auch an der Tastaturunterstützung.

Bei meinen Versuchen unter Linux bin ich letztens gescheitert beim Versuch, das Netzwerk wie hier beschrieben einzurichten – die chown-root-Methode funktioniert mit der von mir verwendeten Qt-Version nicht mehr, Qt lehnt das Starten der Anwendung mit Root als Owner schlicht ab. Es zeichnet sich allerdings ab, dass eine alternative Netzwerk-Lösung seinen Weg in den RPCEmu finden könnte, auf Basis von Slirp, das auch von QEMU und VirtualBox verwendet wird. Das wäre dann die lang ersehnte “zero config”-Variante, mit der sich RPCEmu direkt in das Netzwerk der Hostmaschine integrieren könnte, ganz ohne Tunelling und Bridging und das ganze unhandliche Gedöns. Wir hoffen weiter!

ADFFS 2.69 (auch via PackMan) verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.69 verkündet. Nur ein kleineres Update gegenüber 2.68, hauptsächlich um die neueste Version nebst allen frei verfügbaren und unterstützten Spielen via Paket-Management (sprich !PackMan) verfügbar zu machen. Außerdem wird das USBJoystick-Modul nun automatisch beim Startup geladen, und es gab einige kleienre Bugfixes sowohl bei den Game-Start- und Patch-Scripts als auch in ADFFS selbst.

Die primäre Testplattform ist übriens inzwischen der Raspberry Pi 3, also quasi die maximale Inkompatibilität gegenüber den alten Kisten (RISC OS 5.24, ARMv8).

Seit dem letzten ADFFS-Update hat Jon auch noch ein paar alte Spiele sauber paketiert freigegeben, S.W.I.V. dürfte darunter das bekannteste (und aus meiner Sicht auch das beste) sein. Ein paar weniger bekannte Spiele von Cambridge International Software sind auch mit dabei, das bekannteste darunter dürfte MicroDrive sein, ein Golf-Spiel nach Leaderboard-Art, das angeblich eines der realistischeren seines Genres sein soll. Mein absolutes RISC OS-Lieblingsspiel, Spheres of Chaos, hat inzwischen auch das Licht der Welt erblickt. Auf einem A3000 mit Gamer’s Upgrade – 4 Spieler am Joystick, einer an der Maus und drei an der Tastatur – wäre zu versuchen, ob das mit ADFFS und USBJoystick nun wieder möglich wäre. Ein Projekt für die Weihnachtsfeiertage.

Danke an Jon und an Alan Buckley für die neue Variante via Paket-Management – das sollte die Sache für viele Benutzer stark vereinfachen.

Schnellere Grafik für ARMX6 und mini.m

R-Comp hat die Verfügbarkeit eines Grafiktreibers für die Beschleunigung diverser Videooperationen für iMX6-basierte Systeme verkündet. Von Adrian Lees implementiert (die Älteren erinnern sich: der ARM-Magier, der uns Aemulor und Geminus gebracht hat) und für die Kleinigkeit von 30 UKP käuflich zu erwerben. Ob zukünftig ausgelieferte Maschinen dieses Feature bereits kostenlos mitliefern, ist unklar.

Hier ist die Ankündigung von R-Comp nachzulesen. Wer der Preis vermisst: so sind sie halt, die Briten. Wer auf der R-Comp-Webseite stattdessen danach sucht, wird derzeit ebenfalls nicht fündig. Details, welche Dinge beschleunigt werden, sind ebenfalls nur über die Mailingliste zu erfahren. Aber: man kann dieses Add-On immerhin über !Store kaufen, den Online-Shop-als-Application von R-Comp. Ja, das Dingens mit der gruselig unsicheren Zahlungsweise.

Was als “up to 10x better real-world performance” angekündigt wurde, entpuppt sich jetzt als klassische hardwarebeschleunigte Rectangle Copy. Sicherlich schön, aber nicht gerade bahnbrechend. Immerhin schließen jetzt an dieser Performance-Ecke ARMX6 und mini.m endlich zu Titanium, IGEPv5, PandaBoard, Raspberry Pi, IYONIX pc und RiscPC+ViewFinder auf. Ja, alle diese hatten von Anfang an diese Beschleunigung aktiv. Siehe auch hier die Benchmark-Ergebnisse, der ARMX6 dort ist natürlich noch ohne die neue Beschleuniger-Funktion vermessen worden.

Glückwunsch, R-Comp!

RISC OS demnächst unter Apache-Lizenz

Es gibt Bewegung an der RISC OS-Lizenz-Front. Vor wenigen Stunden kam die für mich überraschende Nachricht, dass die von vielen ungeliebte Castle-Lizenz demnächst durch die Apache 2.0 License abgelöst wird.

Zuvor gab es die Ankündigung, dass RISC OS Developments Ltd. (im Prinzip Andrew Rawnsley von R-Comp/RCI und Richard Brown von Orpheus Internet/GeneSys Developments Ltd. neben ein paar ungenannten Investoren, gegründet im April 2017, einzig bisher sichtbares Ergebnis: das OBrowser-Frontend zum Otter-Browser-Port, und keinesfalls nicht zu verwechseln mit der angekündigten, aber nie vollzogenen Umbenennung von RISCOS Ltd. nach RISCOS Developments Ltd. von anno 2004 beim letzten großen RISC OS-Lizenzkrach) die Rechte an RISC OS komplett durch die Übernahme von Castle Technology erworben hat – ein paar Details nebst ein wenig historischem Kontext dazu bei RISCOSitory.

Was bedeutet das in der Praxis? Man weiß es nicht. Wer bisher aufgrund der “aber es ja gar nicht echtes Open Source!”-Problematik nicht an RISC OS mitarbeiten wollte, hat nun keine Ausreden mehr. Oder besser gesagt: diese eine Ausrede gibt es nicht mehr, aber es ist natürlich immer noch nicht GPL (die Lieblingslizenz derer, die lieber schwätzen als machen) und der Compiler wird vermutlich auch nicht unter der APL freigegeben (dazu gibt es zumindest noch keine Infos), d.h. die Mitentwicklung an RISC OS erfordert weiterhin, ein paar Euros in die Hand zu nehmen.

Als problematisch empfinde ich, dass der Zwang der Castle-Lizenz zum Feedback von Änderungen von kommerziellen Lizenznehmern nun wegfällt. Das bedeutet prinzipiell eine Fork-Gefahr durch kommerzielle Verwender, was das fragile RISC OS-Gebilde doch sehr beschädigen könnte. Hätte R-Comp die bei der ARMX6-Entwicklung vorgenommenen Änderungen wirklich in die Mainstream-Version zurückgespeist? Da bin ich unsicher. Die wenigen Firmen, die noch im RISC OS-Markt tätig sind, sind aus meiner Sicht nicht gerade als große Verfechter der Open Source-Idee bisher in Erscheinung getreten, sondern eher als Schmarotzer der großen Open-Source-Welt. Die Versuchung, billige ARM-Boards mit einer RISC OS-Portierung in teure RISC OS-Maschinen zu verwandeln und die notwendigen Treiber für sehr relevante Zeiträume (also deutlich länger als die bisher durch die Castle-Lizenz maximal vorgegebenen 12 Monate) Closed-Source zu halten, dürfte riesig sein.

Im Prinzip könnte solch einer Fehlentwicklung nur durch eine starke Community begegnet werden, die den Open-Source-Gedanken hochhält und Firmen weitestgehend boykottiert, die diese Ideen konterkarieren wollen. Leider ist die RISC OS-Community nach meiner Einschätzung ungefähr das glatte Gegenteil – die Neigung, aufgrund irgendwelcher Versprechungen irgendwem reichlich Geld in den Rachen zu werfen scheint mir ungebrochen – “to support the market”, wie es immer so schön heißt. Spricht aber eben nicht für einen gesunden Markt, wenn man Geld für etwas zahlt, was man eigentlich nicht haben will oder zumindest nicht für den aufgerufenen Preis.

Aber es freut mich, dass die ewige Lizenzdiskussion nun hoffentlich endgültig ein Ende hat. RISC OS ist jetzt echtes Open Source! So richtig OSI! Ohne wenn und aber! Die letzten Signale waren nicht gerade so, dass man das erwarten durfte, Relicensing von altem IP-Zeugs ist immer eine Aufgabe, zumal bei der vorliegenden Historie von RISC OS von mehr als 30 Jahren.

Demnächst ist die RISC OS London Show, da gibt es eventuell mehr Details zu erfahren.

ADFFS 2.68 verfügbar

Jon Abbott vom JASPP hat die Verfügbarkeit von ADFFS 2.68 verkündet. Hauptneuheit ist partielle Unterstützung für WIMP-basierte 26bit-Spiele wie Aldebaran, Elite oder Sim City – also Spiele, die zunächst sich nach dem Start auf der Iconbar wie eine normale RISC OS-Anwendung installieren, dort begrenze Interaktion erlauben (Highscores anschauen, Version anschauen, Einstellungen vornehmen) und nach Click aufs Icon erst den Bildschirm vollständig übernehmen. Auch die Unterstützung von USB-Joysticks ist nun erstmals in einer Release-Version verfügbar. Dazu wie üblich eine größere Menge Bugfixes und Erweiterungen, um weitere Spiele ans Laufen zu kriegen – insbesondere die wenig bekannten Topologika-Titel waren wohl eine harte Nuss.

Einfach mal testen – und nicht vergessen: “Boot floppy” verwenden zum Start der Spiele! Das JASPP hat auch ein paar neue Spiele in den letzten Monaten freigegeben, einfach regelmäßig hier nachschauen. Die 32bit-Version von Exodus ist sicher das Highlight, dazu Lemmings 2 und die CD-Version von Dune II, für die Jon extra eine aufgebohrte Version von CDFaker gebaut hat (siehe hier).

Happy (Retro) Gaming!

RISC OS 5.24 ist da

Ich bin etwa 2 Wochen zu spät dran, RISC OS 5.24 wurde zur Wakefield-Show veröffentlicht. Aber besser spät als nie…hier das Original-Announcement von RISC OS Open Ltd.

Eine Menge Neues gibt es in RISC OS 5.24 (hier die Liste stellvertretend für die OMAP4-Plattform) – natürlich nicht für diejenigen, die öfter mal eine der Entwicklungsversionen mit Namen 5.23 verwenden, aber gegenüber der letzten Release-Version 5.22 ist der Fortschritt natürlich erheblich. Während 5.22  noch auf IOMD (Risc PC, A7000(+)), IYONIX, BeagleBoard (OMAP3) und PandaBoard (OMAP4) beschränkt war, gibt es 5.24 nun als offizielles Release auch für die diversen Raspberry Pi-Modelle sowie das Titanium-Board. Wandboard und OMAP5 (IGEPv5) haben es nicht ganz geschafft, aber CJE Micro’s (Rapido-Ig, also IGEPv5) und R-Comp (ARMX6, also Wandboard) haben für ihre Kunden natürlich eine Distribution äquivalent zu 5.24 auf Lager.

Kurz aus meiner Sicht die Highlights:

  • High-Vector-Konfiguration ist jetzt Standard, aus Kompatibilitätsgründen gibt es eine “compatibility page” anstelle der ZeroPage. Entwickler können weiterhin ZeroPain verwenden, um aussagekräftige Logs zu erhalten bei ZeroPage-Zugriffen
  • EDID-Unterstützung
  • 4K-Sektor-Unterstützung in FileCore für bis zu 2 TiB pro Partition
  • ARMv6/v7/v8- und VFP-Befehle in BASIC
  • diverse Verbesserungen für den UTF-8-Betrieb (!Chars, !Draw)
  • RAM-Disc-Größe bis 512 MiB
  • SpriteExtend unterstützt moderne JPEGs (und ChangeFSI ebenfalls)
  • OmniClient komplettiert durch den alten NFS-Kern und den nicht ganz so alten Access-Kern, so dass “Omni” nun wieder besser als Name passt
  • ein aktualisiertes Handbuch (der “User Guide”)

Vermutlich am Wichtigsten ist aber, dass es endlich nach der langen Zeit der Release Candidates für den Pi nun wirklich eine als stabil gekennzeichnete RISC OS-Version gibt – das wird es hoffentlich ermöglichen, wieder Teil des NOOBS-Images zu werden.

Jetzt werde ich nach und nach meine Systeme aktualisieren – die RPis, ARMX6, Titanium, PandaBoard ES, BeagleBoard-xM und BIK, IYONIX, RPCEmu und vielleicht teste ich auch auf einem der Risc PCs mal den Softload. Leider gibt es ja keine 32bit-Treiber für den ViewFinder, was die Nützlichkeit der Risc PC-Version für meine Zwecke doch ziemlich einschränkt.

RPCEmu 0.9.0 ist da

Im Oktober 2017 gab es die erste RPCEmu-Testversion, die auf Qt statt auf Allegro basierte – hier meine damalige kurze Zusammenfassung der Vorteile der Qt-Implementierung gegenüber Allegro. Vor allem die neue Software-Skalierung im Fullscreen-Modus ist Gold wert, weil es im Windows-Umfeld sehr sauber und problemlos funktioniert, und die Software-Skalierung oft sogar bessere Ergebnisse liefert als die Skalierungsfunktion von Betriebssystem oder Bildschirmhardware.

Heute ist RPCEmu 0.9.0 erschienen, die erste Qt-basierte Release-Version nach einer Reihe von Testversionen, um diverse obskure Bugs zu fixen. Der Qt-Branch wurde gleichzeitig wieder in das Hauptrepository (Mercurial) gemergt .

Meine Wünsche für die Version 1.0:

  • konfigurierbarer Pfad für HostFS – dann kann es auch wieder einen Windows 7ff-tauglichen Installer geben, damit die Software nach “Programme” und die Daten woandershin können
  • Unterstützung von MimeMap in HostFS (ich arbeite noch dran, die RPCEmu-Entwickler davon zu überzeugen, dass das eine gute Idee ist)
  • multiple Mounts für HostFS – System-Profile-Definitionen, um einfach zwischen verschiedenen RISC OS-Versionen, RAM-Configs und HostFS-Mounts zu wechseln
  • Bug bezüglich IDE-Emulation für RISC OS 5 fixen
  • Erscheinungsdatum noch 2018 🙂

Update: ich habe meine Seite “Emulatoren für RISC OS” auch auf den neuesten Stand gebracht.

ADFFS 2.65 public beta und Joysticks

Jon Abbott hat ADFFS 2.65 als “public beta” zum Download bereitgestellt. Ein großer Schritt nach vorne, arbeitet es doch eng verzahnt mit Richard Walkers USBJoystick-Modul zusammen, um endlich die Freuden des Knüppels abseits der Originalhardware bereitzustellen.

Joystick-Unterstützung war immer ein schwieriger Fall bei Acorns 32bittern. Erst der A3010 hatte eingebaute Joystick-Ports, und erst mit dem darauf ausgelieferten RISC OS 3.10 bequemte sich Acorn dazu, eine SWI-Schnittstelle zur sauberen Joystick-Unterstützung bereitzustellen. Offenbar waren Spiele auf Computern zu unseriös für die auf den Bildungsmarkt zielenden Acornianer.

Der geneigte Joystick-Nutzer und Archimedes-Zocker war also lange Zeit (wie schon auf den BBC-8bittern) auf 3rd party Interfaces angewiesen – The Serial Port, Vertical Twist, RTFM, Voltmace, LogikJoy, Gamer’s Upgrade, JoyConnect…man ahnt es schon, jedes einzelne nur zu sich selbst kompatibel. Eine Ausnahme – RTFM und LogikJoy, beide steckte man in den meist ungenutzten Econet-Steckplatz, waren Hardware-kompatibel. Und später gab es immerhin für fast alle Hardware-Interfaces ein Modul, welches Kompatibilität mit den Acorn-SWIs herstellte. Nicht unerwähnt soll auch Ian Haylocks Joystick-Interface für den Parallel-Port bleiben, das hatte ich jahrelang erfolgreich am Risc PC betrieben.

Jedenfalls hat sich Jon Abbott die Mühe gemacht, quasi alle Spiele die es je für RISC OS gab auf ihre Joystick-Kompatibilität zu prüfen. Ursprünglich basiert das auf der Analyse des Codes und welche SWIs drin genutzt werden, inwieweit diese Liste inzwischen experimentell erhärtet wurde weiß ich nicht.

Unverzichtbar auf den modernen Plattformen ist Richard Walkers USBJoystick-Modul. Im Prinzip unterstützt es alle HID-kompatiblen USB-Joysticks, egal ob analog oder digital. Im Moment muss ggf. noch händisch gemappt werden, welcher Knopf denn nun Feuerknopf 1 ist und welche Achsenbewegungen auf x- und y-Achse wirken. Als Besonderheit im Zusammenwirken mit ADFFS kann ADFFS die über USBJoystick bereitgestellten Informationen so bereitstellen, als wenn ein RTFM-Interface diese ausgelesen hätte – notwendig für einige Spiele älteren Datums, die direkt die Hardware des RTFM-Interfaces angesprochen haben.

Wenn man Jons Erkenntnisse so im Zusammenhang liest, muss man sich teilweise wundern, dass die Spiele damals überhaupt auf der Originalhardware liefen. Dass damals gerne mal am Betriebssystem vorbei programmiert wurde, ist ja lange leidvolle Erfahrung und ein steter Quell von Inkompatibilitäten aller Art.

Meine eigenen Experimente mit ADFFS und meinen diversen USB-Joysticks stehen noch aus. Ich muss mal in den diversen Bastelkisten kramen, aber ich habe auf jeden Fall folgendes am Start:

  • Competition Pro USB (in der goldenen Jubiläums-Edition)
  • PS3-Joypad
  • USB-PS2-Joypad-Adapter
  • diverse USB-Gameport-Adapter und ebenso diverse Gameport-Joysticks vom Competition Pro (Mini) bis zum Gravis Analog Joystick