Hardware

RISC OS-geeignete Hardware

Alte Geräte, alte Netzteile

Hatte nicht neulich jemand die Robustheit alter Geräte gelobt? Stimmt, das war ich ja selbst. In einer neuen Ausgabe der Serie “wenn man den Tag vor dem Abend lobt” hat sich heute Morgen das Netzteil meines A3000, den ich in liebevoller Kleinarbeit gerade für die Classic Computing 2016 vorbereite, mit einem lauten Knall verabschiedet. Super.

Ersatz musste her. Als erstes habe ich recherchiert, wieviel Output das gute Stück denn lieferte – ganze 22W. Irgendwie wenig, aber dann doch auch wieder viel, wenn man nicht gleich ein PC-Netzteil anklemmen will (und das ist seit ATX ja auch gar nicht mehr so einfach, da viele Netzteile nur Saft geben, wenn ein Mainboard dranhängt und “Power Good” signalisiert). Erste Idee: eins der Floppy-/Festplatten-Netzteile mit 4pin-Molex-Ausgang zum externen Anschluss von S-ATA- oder IDE-Geräten. Alle, die ich habe, liefern aber nur 2A@5V. Hmmmm. Trotzdem schnell einen Molex-Y-Adapter geschnappt, zwei Drähte gekappt, zwei Crimp-Stecker drangemacht, an den A3000 angeklemmt – läuft soweit. Ohne Floppy natürlich, aber die kann ich über ein zweites solches Netzteil versorgen, wenn ich sie denn wirklich brauche.

Reichen die 2A? Keine Ahnung. Die 22W müssen ja reichen für ein Podule und ein Mini-Podule, die Floppy, eventuell Econet und das Board. Ich habe vorsichtshalber weiter gesucht und bin auf ein 2,5A@5V-Netzteil gestoßen, das ich zum Betrieb meines Amstrad CPC6128plus ohne den dazugehörigen Monitor bevorratet hatte. Dazu hatte ich zur 12V-Versorgung meines Schneider CPC6128 bei meiner letzten Reichelt-Bestellung ein fertig konfektioniertes Kabel mit 2,1mm-Hohlsteckerbuchse auf der einen und blankem Kabel auf der anderen Seite geordert. Das habe ich jetzt als Gegenstück zum 2,1mm-Hohlstecker des Netzteils genutzt – gekürzt, Crimp-Stecker dran, Atem anhalten – A3000 läuft. Ich habe das alte Netzteil nebst Netzkabel nun entfernt und werde bei Gelegenheit ein gescheites Netzteil einbauen. Jetzt muss erstmal die fliegende Verdrahtung ausreichen.

Ich hoffe, das war jetzt die letzte Überraschung vor der CC2016.

Classic Computing 2016 (4) – Der Raspberry Pi

Der dritte Kandidat unter der Hardware, die ich bei der Classic Computing 2016 zeigen will, ist der Raspberry Pi Model B+. Der Raspberry Pi startete 2012 die Revolution der wirklich preiswerten SBCs, die trotzdem genügend CPU-Power haben um für allgemeine Anwendungen nützlich zu sein – auch wenn die Linux-Fraktion am ersten Modell, das mit sparsamen 256 MB RAM ausgerüstet war, sehr rumgemäkelt hat. RISC OS-Nutzer konnten das nicht nachvollziehen, gelten hier doch 256 MB RAM als unendliche Speicherweiten.

Aus RISC OS-Sicht ist der Raspberry Pi etwas Besonderes. Zum einen unterhält RISC OS Open Ltd. eine besondere Beziehung zur Raspberry Pi Foundation – dadurch ist eine sehr gute und aktuelle Unterstützung der Hardware gelungen, wann immer eine neue Variante auf den Markt kommt, ist meist die passende RISC OS-Version direkt verfügbar. Zum anderen sind die Treuhänder der Raspberry Pi Foundation teilweise alte Bekannte. Von David Braben stammt das legendäre Spiel Zarch, ein (nein, DER) Launch-Titel des Acorn Archimedes. Alan Mycroft ist das “croft” im Norcroft-Compiler, der unser aller Lieblingsbetriebssystem baut. Und die anderen hatten bestimmt mal einen Acorn BBC Model B oder Electron.

Warum das alte Modell mit dem ARM11? Das hat seinen Grund in der Zielrichtung “Retro”. Der Ur-Pi hat noch eine ARMv6-CPU intus, die im ARMv5-Kompatibilitätsmodus laufen kann. Das macht den Ur-Pi am besten kompatibel zur Software der IYONIX pc-Zeit, und er ist die am besten unterstützte RISC OS 5-Plattform von ADFFS, welches es ermöglicht, die guten alten Spiele von Ende der 80er/Anfang der 90er auf aktueller Hardware zu zocken. Abgesehen davon profitiert RISC OS nicht so dramatisch wie andere Betriebssysteme von den neueren Multicore-Modellen und performt auf der ollen 700MHz-Kiste sehr ordentlich.

Also habe ich den Raspberry Pi B+ aus seinem schäbigen Plastikgehäuse befreit, wo er seit dem Kauf sein Dasein fristet, und ihn in ein Original-Pi-Gehäuse in stylishem Grau-Schwarz verfrachtet. Die RISC OS-Installation war auf dem Stand von 2015, also kurzerhand eine frische schnelle Transcend-microSD-Karte geschnappt und eine neue Installation hochgezogen. RISC OS Nightly Build, aktuellste RPi-Firmware von Github geholt, nur die alte config.txt blieb erhalten. Alles mit SystemDisc eingerichtet, microSD-Karten getauscht, und…startet, sieht aber komisch aus, wie Falschfarbendarstellung. Kurzes Googeln bringt es an den Tag: es gab Änderungen beim Default der Farbkonfiguration des VideoCore. Jetzt braucht es den Eintrag framebuffer_swap=0 in der config.txt. Wer auf “merkwürdig bunt” steht, kann es natürlich auch lassen, denn auf gewisse Art und Weise erinnert die Falschfarbendarstellung durchaus an die Archimedes-Anfangszeiten mit Arthur als Betriebssystem. Bei der Gelegenheit konnte ich gleich den Overscan deaktivieren – wie sich ein solches Rudiment aus der Röhren-Analog-Monitor-und-Fernseher-Zeit so lange halten kann…

An Software habe ich die gängigen Anwendungen wie Zap, StrongEd, Pipedream, Fireworkz, Vector, OvationPro, DPingScan, SparkFS usw. am Start, aber natürlich soll der Schwerpunkt auf “Retro” liegen. Dabei helfen ADFFS, A310Emu und ArchiEmu als Emulationsplattformen für die gute alte Welt. Man wird also den 1:1-Vergleich zwischen Original, FPGA-Simulation und verschiedenen Emulationstechniken ziehen können.

Besonders ADFFS hat mich lange Zeit an den Rand des Wahnsinns getrieben. Einmal deshalb, weil die JASPP-Archive mit den Spielen in einem Format sind, das ADFFS gar nicht direkt nutzen kann – man muss stattdessen die Disc-Images auspacken, Filetypen und umbenennen. Aha. Dafür habe ich vorsichtshalber ein kleines rudimentäres Java-Programm geschrieben, das dieses automatisch erledigt und gleich so Feinheiten wie “Zeichen in Dateinamen, die RISC OS und Filecore nicht unterstützen” berücksichtigt und die überlangen Namen sinnvoll einkürzt, damit sie auch auf einen A3000 passen.

Das andere Problem: ADFFS braucht für die Emulation zwingend im MDF den Screenmode, den das Spiel verwenden will – hat man den nicht, kommt es zu lustigen Effekten wie Multiplikation des Bildschirminhalts inklusive übler Flackerei. Gott sei Dank gibt es hier mit AnyMode von Steve Harrison eine komfortable Lösung – dank der Flexibilität des Pi-Videoprozessors, der beliebige Auflösungen automatisch auf die Auflösung des Monitors skalieren kann, reicht AnyMode einfach jede beliebige Mode-Anfrage an diesen weiter und signalisiert der Anwendung: Auflösung ist möglich! Zur Ehrenrettung von ADFFS: dass auf dem Pi AnyMode von Vorteil ist, ist durchaus dokumentiert.

Jetzt habe ich erstmal alles Notwendige auf der microSD-Karte, kann mich also dem Finetuning und Test widmen. Etwas schade: leider gibt es noch keinen USB-Treiber für klassische digitale Joysticks, der die Acorn-SWIs unterstützt – das wäre doch ein schönes Projekt für “Live-Messe-Coding”. Aber Joystick-Unterstützung war in Archimedes-Spielen schon immer eine Seltenheit.

Und ich wollte noch drei Info-Blätter mit den technischen Daten meiner drei Gerätschaften erstellen.

Übrigens habe ich noch gerade rechtzeitig heute vier kleine Gimmicks mit der Post bekommen, die am GAG-Stand auf der CC2016 begutachtet und bewundert werden können.

Classic Computing 2016 (3) – Das MIST-Board

Der zweite Kandidat unter der Hardware, die ich bei der Classic Computing 2016 zeigen will, ist das MIST-Board, manchmal auch “MIST FPGA computer” genannt oder einfach schlicht MIST (was im Deutschen natürlich kontextabhängiges Verstehen erfordert). Ich hatte schon früher darüber berichtet.

In aller Kürze: das MIST ist ein FPGA-basierter Computer. Ein FPGA ist ein reprogrammierbarer Chip. Für das MIST gibt es eine ganze Menge sogenannter Cores, die den FPGA so programmieren, dass er sich (mehr oder weniger) genau wie diverse Retro-Hardware verhält. Computer-Beispiele: Acorn Archimedes, Commodore Amiga, Atari ST, Commodore 64, Schneider CPC, Sinclair ZX Spectrum, Apple II+, Commodore 16, Acorn BBC Model B, Apple Macintosh, MSX, Sam Coupe, Sinclair QL. Spielkonsolenbeispiele: Atari VCS 2600, Sega Master System, Nintendo Entertainment System, NEC PC Engine, CBS ColecoVision. Hardwareseitig wird das unterstützt durch zwei Joystickports für die guten alten digitalen Joysticks mit 9-poligem Anschluss (früher auch als “Atari-kompatibel” bekannt), zudem kann man Maus und Tastatur (und auch Joysticks oder Joypads) per USB anschließen. Unterm Strich: Es steckt viel Spaß im MIST.

Für die CC2016 steht natürlich der Archimedes-Core im Mittelpunkt – wir sind schließlich die GAG, die German Archimedes Group, da ist der Name Programm. Ich habe eine SD-Karte mit RISC OS 3.11 vorbereitet mit ein paar echten Spieleklassikern. Dazu gibt es natürlich die beiden unvermeidlichen Competition Pro-Joysticks, auch wenn die Auswahl an Spielen, die sowohl auf dem MIST funktionieren als auch das vom MIST emulierte Acorn-Joystickinterface unterstützen sehr begrenzt ist. Als Bildschirm habe ich einen alten 20″-LCD dabei im klassischen 4:3-Format, der bis 50 Hz problemlos synchronisieren kann – ein Muss für den MIST-Betrieb.

Der Archimedes-Core ist insofern eine Besonderheit, dass er der einzige 32bit-Vertreter auf dem MIST ist. Der Core funktioniert für viele Dinge zwar schon prächtig, ist offiziell aber noch im Beta-Status. Am meisten vermisse ich die Harddisc-Emulation, so dass man ausschließlich mit Diskettenimages arbeiten muss – und hier wird leider nur das ADF-Format unterstützt, und es werden nur Images akzeptiert die genau 800KiB groß sind. Sehr pingelig. Es war eine Herausforderung, die problemlos lauffähigen Spiele herauszufiltern. Leider ist es mir nicht gelungen, im Verbund mit ADFFS kopiergeschützte Original-Images zum Laufen zu kriegen – irgendwie vertragen sich ADFFS und der Archimedes-Core nicht so recht.

Im Moment bin ich bei folgender Spieleauswahl angelangt, die nach kurzem Testspielen einwandfrei zu funktionieren scheinen:

  • Aldebaran
  • Chocks Away
  • Conqueror
  • E-Type
  • Elite
  • Oh No! More Lemmings
  • Pac-Mania
  • Populous
  • Zarch

Wer sich ein MIST kaufen will: der Dragonbox-Shop (bekannt durch Pandora, Pyra etc.) ist eine deutsche Bezugsquelle. Wer Doku und Sourcen inspizieren will, hat auf Github die Chance, denn das Projekt ist komplett Open Source – sowohl die Software als auch die Hardware. Ein deutschsprachiges Forum gibt es auch. Sogar mit eigenem Unterforum für den Archimedes-Core.

SD-Karte am A3000 – eine gewagte Konstruktion

Auf meiner Suche nach einer geeigneten Massenspeicherlösung für den A3000 habe ich nun eine sehr gewagte Konstruktion am Laufen. In Ermangelung geeigneter SCSI-Platten aus dem Bestand (oder des Mangels an Lust, sie zu suchen) habe ich aus meinem Hardware-Fundus folgendes zusammengebaut: eine 32 GB-SD-Karte, am Raspberry Pi per Cardreader und HForm auf eine RISC OS 3.1-kompatible Größe gebracht (499 MB – Filecore-Experten erkennen sofort: damit bleibt man gerade noch bei einer LFAU von 1024 bytes!). Die Karte steckt in einem SD-IDE-Adapter, stromversorgt mit einem Netzteil von einem USB-IDE/S-ATA-Adapter. Der SD-IDE-Adapter wiederum steckt in einer Acard AEC-7720U SCSI-IDE-Bridge (ursprünglich mal ins Auge gefasst, um für CDBurn, damals noch ohne IDE-Unterstützung, den Kunden im Angesicht immer exklusiver werdenden SCSI-Brennern eine preiswerte Lösung zum Anschluss an ihr SCSI-Subsystem anzubieten) die ihrerseits dann am HCCS-SCSI-Podule des A3000 hängt.

Gut, meine schwäbische Seele zuckt kurz bei dieser Verschwendung an Speicherplatz, aber es war gerade keine kleinere SD-Karte zur Hand. Alternativ gab es noch einen CompactFlash-IDE-Adapter zur Auswahl, aber meine größte CompactFlash-Karte die spontan zur Hand war hatte nur 256 MB, aus der Zeit, als für Digitalfotografie noch 3,2 Megapixel ausreichten und bei der Kamera ernsthaft eine 16 MB-CF-Karte mitgeliefert wurde. Das schien mir etwas knapp.

Im Moment – quasi als soak test – kopiert der A3000 fleißig den Inhalt der Quantum 100MB SCSI-Platte auf die SD-Karte. Bisher erst ein Lesefehler. Daumen drücken.

Dann mal sehen, ob ich den alten HCCS-Formatierer noch finde, denn es wurden prinzipiell vier Partitionen unterstützt, damit wäre ich bei fast 2 GB Gesamtspeicherplatz, das hört sich doch verlockend an. Ah, schon gefunden – nicht die Originaldiskette, sondern bei Chris’ Acorns.

Classic Computing 2016 (2) – Der A3000

Der erste Kandidat unter der Hardware, die ich bei der Classic Computing 2016 zeigen will, ist der Acorn A3000. In England 1989 herausgekommen, war es das erste Modell, das auch “offiziell” für den deutschen Markt gedacht war und ab 1990 von den deutschen Distributoren GMA in Hamburg, Cebas in Heidelberg und anagramm systems in München vertrieben wurde. Deutsche Tastatur (mit grauen statt roten Funktionstasten – das man den Deutschen keine farbigen Tastaturen “zumuten” wollte, war ja schon ein signifikanter Unterschied zwischen dem Amstrad und Schneider CPC 464), deutsche Handbücher. Unvergessen der kleine Übersetzungsfehler im “Welcome Guide”, wo von einer Schnittstelle für “32 persönliche Kopfhörer” die Rede war.

Definitiv also “klassische” Hardware im besten Sinne. Der A3000 war der Versuch von Acorn, mit einem Tastaturcomputerkonzept gegen Amiga und Atari ST im unteren Preisbereich anzutreten. ARM2, 1 MB RAM, single floppy. Sogar der 6551 und LT1133 für die serielle Schnittstelle blieben unbestückt, um den Preis weiter drücken zu können. Alle Chips waren direkt aufgelötet statt wie im A3xx/A4xx gesockelt, so dass das Aufrüsten später mit einem ARM3 nicht so einfach möglich war.

Ob der A3000 nun noch ein “Archimedes” war oder nicht, darüber streiten sich die Gelehrten seit Jahrzehnten. Tatsache ist: Acorn hat das Gerät nicht mehr als “Archimedes” verkauft, obwohl hardwaretechnisch faktisch identisch mit den ursprünglichen A3xx/A4xx-Modellen – ARM2 mit 8 MHz, Anna (MEMC), Albion (IOC) und Arabella (VIDC), RISC OS 2. Unnützer Fakt am Rande: die englischen A3000 waren die letzten Acorns, die mit dem “BBC Owl”-Logo verkauft wurden.

Der A3000, den ich zu präsentieren gedenke, ist eines der deutschen Modelle, d.h. anständige Metallabschirmung ums Netzteil statt der englischen Originalpappe, deutsche Tastatur (graue Funktionstasten), klassisch-eckige Logitech-3-Tasten-Maus. Folgende Sonderausstattung wurde eingebaut:

  • 4 MB RAM Hauptspeicher
  • RISC OS 3.10 (2 MB ROM)
  • LogikJoy-Interface im Econet-Slot – 2x9pol. Joystick-Anschlüsse
  • SD HxC Floppy-Emulator (Rev F) statt Standard-Floppy

Die Lösung mit dem Floppy-Emulator ist natürlich sehr viel besser als den DJ mit zig Floppies zu geben (zumal ich die wertvollen Original-Floppies diverser Spiele ungern mitbringen würde), aber ich muss mal schauen, ob ich nicht noch eine andere Massenspeicher-Lösung finde. Als Mini-Podule habe ich leider nur ein HCCS-SCSI-Interface, ideal wäre ein IDE-Mini-Podule wo man einfach über eine CompactFlash-Lösung robuste Festplattenspeicherkapazität bereitstellen könnte. Alternativ ein Netzwerkpodule, da könnte man dann über einen kleinen Raspberry Pi über Acorn Access Speicherplatz zur Verfügung stellen, und man könnte zeigen, dass auch ein Rechner von 1989 durchaus im Internet browsen kann. Auch die anderen “seriösen” Anwendungen Anfang der 90er wie Impression oder ArtWorks könnte man so schön präsentieren. Sowohl IDE als auch Netzwerk habe ich aber nur als “Full-Size-Podule”, die kann man zwar am A3000 anschließen, hängen dann aber ungeschützt hinten dran – nicht optimal für ein Messe-Setup.

Aber viel wichtiger: der A3000 läuft einwandfrei, und ich konnte Zarch, Star Fighter 3000 und Spheres of Chaos kurz mal anspielen. Ich hoffe, ich kann bis zum Stichtag noch ein paar meiner alten Floppy-Schätzchen verimagen. Sensible Soccer, Conqueror, Cannon Fodder, Chocks Away, Stunt Racer 2000 wären Kandidaten.

Bisher veröffentlicht in dieser Reihe:

Raspberry Pi 3 verfügbar

Heute hat die Raspberry Pi Foundation den Raspberry Pi 3 offiziell vorgestellt. Er ist bereits (im Gegensatz zum RPi Zero, der immer noch bei der Verfügbarkeit schwächelt) in kleinen Stückzahlen bei den üblichen Verdächtigen lieferbar. Preise liegen bei rund 40€.

Jetzt gibt es also harte Fakten. Die weichen gar nicht so sehr von den Gerüchten ab, die ich vorgestern eingesammelt habe:

  • SoC 1,2 GHz BCM2837 Quad-Core Cortex-A53 – also ARMv8 64bit, aber mit AArch32-Unterstützung (wichtig für RISC OS)
  • WiFi (802.11n) und Bluetooth (4.1) über BCM43438 on board

Rest ist unverändert zum RPi 2 – 1GB RAM, 4x USB2.0, 100MBit Ethernet über USB angebunden, analog Video/Audio out über Klinke, HDMI für digital Video/Audio, microSD-Slot. Es wird ein 2,5A-Netzteil empfohlen, wenn man die 4 USB-Ports voll belasten will. Alle Ports sind an der gleichen Stelle wie beim RPi B+ und RPi 2 B, die Gehäuse sind also kompatibel.

Performancetechnisch wird die Steigerung vermutlich bei 50% gegenüber dem RPi 2 liegen – etwas höherer Takt, und höhere Effizienz des Cortex-A53 gegenüber dem Cortex-A7. NEON soll deutlich schneller geworden sein.

Ben Avison hat ein paar interessante Details zur Rückwärtskompatibilität im ROOL-Forum gepostet. Es scheint diesmal kein übles Ei wie die Änderung der non-word-aligned-memory-access-Geschichte bei ARMv7 vs. ARMv6 zu geben, nur Kleinigkeiten die vermutlich nur das OS betreffen.

In Summe ist der RPi 3 eine super Sache – gleicher Preis wie bisher, und man hat die Chance preiswert einen realen 64bit-ARM zu betreiben. Mal sehen, ob oder optimistischer forumliert wann RISC OS den Sprung in die schöne neue 64bit-Welt schafft. Ohne einen maschinellen Weg, den Assembler-Code in seni 64bit-Pendant zu überführen, sehe ich da wenig Chancen.

Enger wird es nun für die teureren Angebote vom ARMX6 bis zum IGEPv5 oder Titanium. Diese haben natürlich immer noch Alleinstellungsmerkmale wie S-ATA oder Gigabit Ethernet, aber CPU-technisch dürfte der 1,2 GHz Cortex-A53 dem 1,2 GHz Cortex-A9 des ARMX6 ebenbürtig sein, und dem 1,5 GHz Cortex-A15 des IGEPv5 und Titanium zumindest auf den Pelz rücken. RISC OS-technisch hoffen wir also auf einen Raspberry Pi 4 nächstes Jahr mit einem Cortex-A72, der legt bei der Single-Core-Performance nochmal eine ordentliche Schippe drauf. Dann wird es allerdings Zeit, RISC OS die Nutzung mehrerer Cores beizubringen.

Mal sehen, ob man aus dem “hardware virtualization feature” des Cortex-A53 was machen kann (beherrscht auch schon der Cortex-A15). Jon Abbott (Schöpfer von ADFFS) hatte dazu interessante Ideen.

Raspberry Pi 3 im Anmarsch

Der heise-Newsticker hat es vermeldet: der nächste Streich der Raspberry Pi Foundation ist im Anmarsch, im Moment von der Presse Raspberry Pi 3 getauft. Sicher scheint zu sein, dass WLAN und Bluetooth serienmäßig mit an Bord sind. Laut diesem Titelbild von der kommenden Ausgabe des MagPi-Magazins können wir uns auch auf 64bit (also ARMv8) und 1,2 GHz freuen. Laut diesem Bild einer Seite des CPC-Katalogs wird der UK-Preis bei 26,38 UKP liegen (netto vermutlich), im Innern steckt ein Broadcom BCM2837 SoC – es bleibt also beim Quadcore. WLAN und Bluetooth wird durch den BCM43143 bereitgestellt.

Ansonsten sieht er dem Raspberry Pi 2 Model B zum Verwechseln ähnlich. microSD, USB, Ethernet, Analog-Audio und -Video über die vierpolige Klinkenbuchse, 40pin-GPIO.

Die offizielle Ankündigung der Raspberry Pi Foundation steht noch aus. Aber demnächst feiert der Raspberry Pi seinen vierten Geburtstag, da wäre es doch passend.

Mal sehen, ob diesmal die Anpassung von RISC OS auch so flott geht wie beim Pi 2 und dem Pi Zero.

Titanium-Board mit Cortex-A15 verfügbar

Das Titanium-Board von Elesar Ltd. ist nun im Shop verfügbar, komplett mit RISC OS 5.23. Ein Datenblatt ist auch verfügbar. 700€ sind kein Schnäppchen – ein IGEPv5 ist sicher deutlich preiswerter, aber da fängt dann das Gehäusegebastel wieder an – das Titanium-Board hingegen passt in jedes ATX-Gehäuse – nicht vergessen: das I/O-Shield dazubestellen.

Erste Benchmarks gibt es von Chris Hall. Sieht durch die Bank bereits sehr gut aus, fast durch die Bank schneller als der ARMX6. Chris Hall hat auch noch ein paar Worte zum System aufgeschrieben.

Das ROM (5.23, offiziell natürlich Beta) gibt es bei RISC OS Open Ltd zum Download, das Titanium-Board wird aber schon “ready to run” mit RISC OS ausgeliefert.

Ich bin gespannt, ab wann das neue S-ATA-fähige ADFS im Source Tree auftaucht.

4 Mal Cortex-A15 für RISC OS

RISC OS Open Ltd. hat heute mit der Neuigkeit überrascht, dass eine bis dato (mir) unbekannte Firma namens Elesar Ltd. ein Board namens Titanium entwickelt hat. Basierend auf dem bekannten Dual-Cortex-A15-OMAP AM5728 von TI legt es etwas andere Schwerpunkte als die Konkurrenz. 2 GB RAM, sechs USB2.0-Host-Anschlüsse (plus zwei interne), 2x DVI-I, 2x Gigabit Ethernet, 8 MB interner Flash-Speicher, 2 serielle Ports und vier SATA-Ports lautet die interessante Mischung. Das Ganze in einem ATX-kompatiblen Package, mit I/O Shield zum Einbau in Standard-ATX-Gehäuse.

Der m.E. noch interessantere Teil der Nachricht: man macht sich nicht nur um Hardware Gedanken, sondern auch um Software. Piccolo Systems (zu Deutsch: Ben Avison) hat sich um eine anständige Treiberschicht für S-ATA gekümmert. Ein Meilenstein in der RISC OS-Geschichte, wenn wirklich das alte IDE-Gefummel in ADFS endlich abgelöst werden kann. Und wenn dadurch CDVDBurn tatsächlich mal mit “full speed” des Brenners arbeiten könnte.

Nun gibt es also vier “Bewerber” um den Preis “schnellste RISC OS-Hardware”, die allesamt auf dem TI OMAP5 basieren:

  • ISEE IGEPv5
  • TI OMAP5432 EVM
  • BeagleBoard-X15
  • Elesar Titanium

Hardware Overload. Gewisse Eigenschaften des Titanium-Boards lassen auf RISC OS-Herkunft schließen: das verhältnismäßig kleine interne Flash-ROM, die zusätzlichen 2K EEPROM, die geradezu “CMOS” schreien. 2 GB RAM als größte sinnvolle Speichermenge, mit der RISC OS umgehen kann. Und tatsächlich: hinter Elesar Ltd. steckt niemand anderes als Robert P. Sprowson, auch als “Sprow” bekannt.

Bin gespannt, was für Eindrücke von/nach der RISC OS London Show eintrudeln.

BeagleBoard-X15 startet im November

Es gibt mal wieder Neuigkeiten von dem Board, das RISC OS-technisch den High-End-Bereich etwas preiswerter abdecken könnte als das ISEE IGEPv5, das demnächst von CJE Micro’s als fertiges System verkauft werden soll.

Es gab ja schon einige Verzögerungen, ursprünglich wurde im Oktober 2014 ein Release im Februar 2015 angekündigt. Jetzt also November. Und leider ist auch der Preis gestiegen: von den ursprünglich angepeilten 199 US$ auf nun 248 US$ bei Digi-Key. Das ist nun leider nicht mehr weit entfernt von der Lite-Version des IGEPv5, aber mit 2 GB RAM und 2xGigabit Ethernet ist man etwas besser ausgerüstet. Dazu 4 GB Flash on board, 3 USB3.0-Hostanschlüsse und powered eSATA. Und einen anständigen HDMI-Anschluss – das microHDMI-Ding am IGEPv5 ist doch sehr fitzelig und strahlt nicht unbedingte Solidität aus.

Die offizielle Support-Seite bei eLinux.org spricht von 2000 Boards, die im ersten Batch gefertigt werden und die ab 15. November bei den Distributoren verfügbar sein sollen. Auch auf beagleboard.org kann man jetzt Infos zum X15 finden.

Hoffentlich ist die Anpassung des IGEPv5-Ports kein größeres Problem.

Vorherige Artikel zum BeagleBoard-X15: