Hardware

RISC OS-geeignete Hardware

Titanium-Board mit Cortex-A15 verfügbar

Das Titanium-Board von Elesar Ltd. ist nun im Shop verfügbar, komplett mit RISC OS 5.23. Ein Datenblatt ist auch verfügbar. 700€ sind kein Schnäppchen – ein IGEPv5 ist sicher deutlich preiswerter, aber da fängt dann das Gehäusegebastel wieder an – das Titanium-Board hingegen passt in jedes ATX-Gehäuse – nicht vergessen: das I/O-Shield dazubestellen.

Erste Benchmarks gibt es von Chris Hall. Sieht durch die Bank bereits sehr gut aus, fast durch die Bank schneller als der ARMX6. Chris Hall hat auch noch ein paar Worte zum System aufgeschrieben.

Das ROM (5.23, offiziell natürlich Beta) gibt es bei RISC OS Open Ltd zum Download, das Titanium-Board wird aber schon “ready to run” mit RISC OS ausgeliefert.

Ich bin gespannt, ab wann das neue S-ATA-fähige ADFS im Source Tree auftaucht.

4 Mal Cortex-A15 für RISC OS

RISC OS Open Ltd. hat heute mit der Neuigkeit überrascht, dass eine bis dato (mir) unbekannte Firma namens Elesar Ltd. ein Board namens Titanium entwickelt hat. Basierend auf dem bekannten Dual-Cortex-A15-OMAP AM5728 von TI legt es etwas andere Schwerpunkte als die Konkurrenz. 2 GB RAM, sechs USB2.0-Host-Anschlüsse (plus zwei interne), 2x DVI-I, 2x Gigabit Ethernet, 8 MB interner Flash-Speicher, 2 serielle Ports und vier SATA-Ports lautet die interessante Mischung. Das Ganze in einem ATX-kompatiblen Package, mit I/O Shield zum Einbau in Standard-ATX-Gehäuse.

Der m.E. noch interessantere Teil der Nachricht: man macht sich nicht nur um Hardware Gedanken, sondern auch um Software. Piccolo Systems (zu Deutsch: Ben Avison) hat sich um eine anständige Treiberschicht für S-ATA gekümmert. Ein Meilenstein in der RISC OS-Geschichte, wenn wirklich das alte IDE-Gefummel in ADFS endlich abgelöst werden kann. Und wenn dadurch CDVDBurn tatsächlich mal mit “full speed” des Brenners arbeiten könnte.

Nun gibt es also vier “Bewerber” um den Preis “schnellste RISC OS-Hardware”, die allesamt auf dem TI OMAP5 basieren:

  • ISEE IGEPv5
  • TI OMAP5432 EVM
  • BeagleBoard-X15
  • Elesar Titanium

Hardware Overload. Gewisse Eigenschaften des Titanium-Boards lassen auf RISC OS-Herkunft schließen: das verhältnismäßig kleine interne Flash-ROM, die zusätzlichen 2K EEPROM, die geradezu “CMOS” schreien. 2 GB RAM als größte sinnvolle Speichermenge, mit der RISC OS umgehen kann. Und tatsächlich: hinter Elesar Ltd. steckt niemand anderes als Robert P. Sprowson, auch als “Sprow” bekannt.

Bin gespannt, was für Eindrücke von/nach der RISC OS London Show eintrudeln.

BeagleBoard-X15 startet im November

Es gibt mal wieder Neuigkeiten von dem Board, das RISC OS-technisch den High-End-Bereich etwas preiswerter abdecken könnte als das ISEE IGEPv5, das demnächst von CJE Micro’s als fertiges System verkauft werden soll.

Es gab ja schon einige Verzögerungen, ursprünglich wurde im Oktober 2014 ein Release im Februar 2015 angekündigt. Jetzt also November. Und leider ist auch der Preis gestiegen: von den ursprünglich angepeilten 199 US$ auf nun 248 US$ bei Digi-Key. Das ist nun leider nicht mehr weit entfernt von der Lite-Version des IGEPv5, aber mit 2 GB RAM und 2xGigabit Ethernet ist man etwas besser ausgerüstet. Dazu 4 GB Flash on board, 3 USB3.0-Hostanschlüsse und powered eSATA. Und einen anständigen HDMI-Anschluss – das microHDMI-Ding am IGEPv5 ist doch sehr fitzelig und strahlt nicht unbedingte Solidität aus.

Die offizielle Support-Seite bei eLinux.org spricht von 2000 Boards, die im ersten Batch gefertigt werden und die ab 15. November bei den Distributoren verfügbar sein sollen. Auch auf beagleboard.org kann man jetzt Infos zum X15 finden.

Hoffentlich ist die Anpassung des IGEPv5-Ports kein größeres Problem.

Vorherige Artikel zum BeagleBoard-X15:

Neuigkeiten zum BeagleBoard-X15

Es gibt Neuigkeiten zum BeagleBoard-X15 – und zwar zur Verfügbarkeit und zum Preis.

Auf der offiziellen Support-Seite kann man nun lesen, dass die “Unverbindliche Preisempfehlung” bei 199 US$ liegt. Der erste Probefertigungslauf mit zunächst 50 Exemplaren läuft im Moment, die Testboards sollen dann Ende August soweit sein. Für die große Masse soll das Board dann über Distributoren wie Digi-Key und Mouser ab November verfügbar sein. Den Preis in Euro kann man auf den Seiten schon begutachten: 194,82€ genau.

Wer meine früheren Artikel zum Thema nicht gelesen hat, das Wichtigste zum BeagleBoard-X15 in aller Kürze:

  • TI OMAP5 Sitara AM5728 1,5 GHz (Dual-Core Cortex-A15)
  • 2 GB DDR3-RAM
  • USB 3.0 Host
  • Gigabit Ethernet
  • eSATA
  • 4 GB Flash on board

Gegenüber der einzigen echten Konkurrenz (ISEE IGEPv5) dürfte vor allem der niedrige Preis interessant sein.

MiST-Board mit frühem Archimedes-Core

In der Retro-Szene zeichnet sich seit ein paar Jahren ein neuer Trend ab: statt sich mit der uralten Hardware rumzuärgern, die langsam ihrem finalen Verfall entgegenstrebt, oder auf Emulatoren setzt, die es leider oft nicht schaffen das “originale” Gefühl herzustellen sondern irgendwie synthetisch wirken, setzt man auf “echte” Hardware auf FPGA-Basis und baut damit die alten Schätzchen nach.

Meines Wissens die erste breit eingesetzte Variante dieser neuen Spielart war der C-One, der eigentlich einen C64 nachbauen sollte, amüsanterweise aber als erste funktionierende “Personality” einen Amstrad/Schneider CPC-Core bekam. Nicht zuletzt deshalb, weil Original-Entwicklerin Jeri Ellsworth das kommerzielle Projekt C64 DTV (ein Joystick im Competition-Pro-Design, der einen kompletten FPGA-basierten C64-Nachbau enthielt nebst 30 klassischen Spielen und per FBAS direkt an einen gewöhnlichen Fernseher angeschlossen werden konnte) dazwischenschob.

Seit einiger Zeit gibt es nun das MiST-Board mit Zielrichtung eines Nachbaus von Commodore Amiga und Atari ST. Entscheidend: zwei Joystickports der Geschmacksrichtung “9polig Atari-kompatibel” – also die gute alte Microschalter-Digital-Generation, mit der sich die Kinder der 80er die Handgelenke bei Daley Thompson’s Decathlon oder Combat School ruiniert hat – sind mit an Bord. Software wird über eine SD-Karte bereit gestellt.

Und warum nun ein Artikel über das MiST-Board auf einem RISC OS-Blog? Seit kurzer Zeit steht eine früher Version eines Acorn Archimedes-Cores zur Verfügung, der einen 4MB-A3000 simuliert. Noch nicht wirklich ausgereift (keine Floppy-Emulation), aber ein guter Anfang. Hier kann man sich genau informieren.

Für schmale 200€ kann man das MiST-Board in einem recht schmucklosen Stahlblechgehäuse bei Lotharek (bekannt durch den  SD-Card-Floppy-Emulator HxC) kaufen. Wenn man sich überlegt, was gebrauchte gut erhaltene Atari STs, Commodore Amigas oder Acorn A3000 kosten, ein echtes Schnäppchen.

Mit dem Raspberry Pi drahtlos ins Netz

Wir RISC OSler müssen ja leider derzeit auf anständige (oder genauer: auf irgendeine) WLAN-Unterstützung in unserem Lieblings-OS verzichten. Aber wie so viele Softwareprobleme kann auch dieses durch Hardware erschlagen werden. Ich will im folgenden Beitrag solche Geräte vorstellen.

Die Geräte funktionieren natürlich nicht nur mit dem Raspberry Pi, sondern auch mit allen anderen RISC OS-Rechnern, die entsprechende Anschlüsse (Ethernet und/oder USB) aufweisen. Ich habe (noch?) nicht im Einzelnen geprüft, ob die Geräte alleine mit RISC OS-Mitteln konfiguriert werden können (das scheitert normalerweise an der fehlenden JavaScript-Fähigkeit der Browser) – nicht nur, weil ich nicht alle genannten Geräte besitze, sondern weil ich über das Stadium, ausschließlich RISC OS verwenden zu wollen, lange hinaus bin.

Sollte jemand Interesse an einem bestimmten Gerät haben, kann ich das auf Anfrage aber näher unter die Lupe nehmen.

Mit dem WLAN-Client ins WLAN

Unter einem WLAN-Client versteht man ein Stück Hardware, das einen Ethernet-Anschluss hat und quasi eine Bridge in ein beliebiges WLAN etablieren kann.

Kandidaten aus diesem Bereich:

 

Mit dem WLAN-Repeater ins WLAN

Eigentlich sind WLAN-Repeater dazu da, die Reichweite des heimischen WLANs zu erweitern. Es gibt aber Produkte dieser Kategorie, die nicht nur “repeaten” können, sondern zusätzlich einen Ethernet-Anschluss anbieten, um drahtgebundene Geräte mit ins WLAN integrieren zu können. An diesen Anschluss kann man natürlich auch einen Switch anschließen, um mehrere Geräte ans WLAN anzudocken.

Mit dem WiFi-Hotspot ins mobile Internet

Die Produktgruppe der WiFi-Hotspots erfreut sich seit einiger Zeit wachsender Beliebtheit. Der WiFi-Hotspot hat die Aufgabe, eine Verbindung ins Mobilfunknetz (möglichst über UMTS oder gar LTE natürlich) herzustellen und diese Datenverbindung dann über WLAN für interessierte Clients bereitzustellen.

Und da war bisher der Haken für uns RISC OSler: man konnte sich eben nur per WLAN verbinden. Jetzt habe ich aber ein Gerät gefunden, das zusätzlich noch einen gewöhnlichen Netzwerkanschluss anbietet: der Huawei E5730. Als zusätzliches Goodie ist das Teil gleichzeitig noch eine Powerbank mit 5200 mAh Kapazität – was gleichzeitig dafür sorgt, dass man den ganzen Tag vom Stromnetz unabhängig arbeiten kann. Zwei kleine Wermutstropfen muss man aber verkraften: es ist kein Anschluss für eine externe Antenne verfügbar (das ist sehr nützlich in ländlichen Gebieten oder im fahrenden KfZ), und es wird kein LTE unterstützt – dafür ist 3G mit DC-HSPA+ bis zu 42,2 MBit/s vertreten.

Bei den LTE-tauglichen Geräten habe ich keines gefunden, das mit einem Ethernet-Anschluss aufwarten kann. Dafür gibt es dann schicke Displays und manchmal sogar (micro)SD-Card-Slots zur Datenbereitstellung für die Clients, quasi als WLAN-Cardreader. Das ultimative Gerät, das all die schönen Features kombiniert, scheint es noch nicht zu geben.

Mit dem USB-Surfstick ins mobile Internet

Dank Thomas Milius und seinem COMCentre gibt es eine direkte Möglichkeit, USB-fähige RISC OS-Rechner ins mobile Internet zu bringen. COMCentre unterstützt verschiedene USB-Surfsticks wie z.B. den Huawei E173 oder K3765. Damit ein Surfstick mit COMCentre zusammen funktioniert, muss er über USB eine serielle Schnittstelle anbieten, über die dann COMCentre das Gerät quasi wie ein Modem in der guten alten Zeit ansprechen kann.

COMCentre kann man hier herunterladen.

Raspberry Pi 2 – Läuft bei mir

Zur Feier der Verfügbarkeit des Raspberry Pi 2 habe ich mir spontan einen bestellt. Die gute Nachricht: nur eine Woche nach dem Release der Hardware läuft RISC OS bereits problemlos drauf.

Kurzes HowTo für die Ungeübten:

  • microSD-Karte per SystemDisc vorbereiten
  • “Loader”-DOS-Image befüllen
    • Dateien von GitHub herunterladen
      • für die GitHub-Ungeübten: nicht direkt den Link zum Herunterladen nutzen, sondern auf den Link klicken und dann den “View Raw”-Link zum Herunterladen benutzen
      • man braucht die Dateien bootcode.bin, fixup.dat, start.elf
      • config.txt mit folgendem Inhalt dort erzeugen (vollständige Doku für Experimentierfreudige hier und hier):
        fake_vsync_isr=1
        init_emmc_clock=100000000
        kernel=riscos.img
    • RISC OS-Image herunterladen von RISCOSOpen Ltd
      • dort das Beta RPi ROM ZIP herunterladen (die Release-Version RC12a läuft nur auf den Vorgängermodellen)
      • aus dem ZIP die Datei riscos extrahieren und als riscos.img kopieren
  • Filecore-Teil der SD-Karte mit dem HardDisc4-Discimage (Nightly Beta, die Release-Version funktioniert nicht gescheit mit den neueren Beta-ROMs) von hier befüllen

Wie das früher ohne SystemDisc ging – keine Ahnung.

“RISC OS 944MB” lautet die Startup-Meldung. Cool.

Übrigens hat der Raspberry Pi 2 einen interessanten Zweitnutzen: wenn das Netzteil zu schwächlich ist oder dessen USB-Kabel für zu viel Spannungsabfall sorgt, wird oben rechts in der Ecke eine Art Regenbogen-Quadrat als Video-Overlay eingeblendet. Ich konnte dadurch ein paar Billigkabel aus meinem reichhaltigen Angebot direkt aussortieren.

 

Der Raspberry Pi 2 ist da

Die Raspberry Pi Foundation hat heute das Raspberry Pi 2 Model B angekündigt. Basierend auf dem BCM2836 sieht er seinem direkten Vorgänger, dem Raspberry Pi B+, täuschend ähnlich. Was gleichzeitig heißt, dass die alten Gehäuse weiterhin passen, ebenso wie das Peripherie-Zeugs. Preislich bleibt ebenfalls alles beim Alten.

Innendrin hat sich dagegen einiges geändert – das Herz ist nun ein Quad-Core Cortex-A7 mit 900 MHz, ein irrer Fortschritt gegenüber dem schon zum Erscheinungszeitpunkt veralteten 700 MHz ARM11 des Vorgängers. Das RAM wurde auf 1 GB aufgestockt. Performancetechnisch verspricht das einiges – selbst bei ausschließlicher Single-Core-Nutzung (bekanntlich für uns RISC OSler ein wichtiger Faktor) dürfte gut die doppelte Performance rausspringen.

GPU-technisch ist alles beim alten geblieben, VideoCore IV bleibt uns erhalten.

Interessant auch die Ansage, dass es eine kostenlose Variante von Windows 10 für den neuen RPi geben wird. Nach dem angekündigten Tod der Windows RT-Tablets ein interessanter Schritt von Microsoft – mal sehen, welche Zielgruppe hier angesprochen werden soll.

Für die Linux-Nutzer ist sicherlich interessant, dass jetzt ohne Handstände das Ubuntu-Zeugs drauf läuft, das ja bekanntlich seit einiger Zeit auf ARMv7 setzt.

RISC OS-technisch arbeiten die üblichen Verdächtigen am notwendigen Update. Wie man hört, werden zukünftige Images kompatibel zu allen Raspberry-Pi-Varianten sein.

Von der nackten Platine zum fertigen RISC OS-System

Früher – in der guten alten Zeit – war die Sache mit den RISC OS-Rechnern ganz einfach: man zahlte einen furchtbar hohen Preis an Acorn (oder später an STD, Castle, CJE, RiscStation, MicroDigital…) und bekam dafür ein Komplettpaket. Rechner im Gehäuse, dazu typischerweise Maus und Tastatur, manchmal sogar Handbücher und Software. Bei Acorn gab es in der RPC-Anfangszeit sogar mal ein Zwangsbundling mit Monitoren – was für ein Spaß.

Heute geht das zwar auch noch, wenn man sich denn von R-Comp einen ARMini(X) holt oder von CJE Micro’s einen PandaRO, aber erstens entfällt dann der Bastelspaß, zweitens sind die Preise durchaus anspruchsvoll und drittens kann man sich die Komponenten nicht selbst aussuchen. Ein Zwischending sind PIK und BIK von a4com, da kann man mit Detlef durchaus aushandeln, welche Komponenten es denn sein sollen, und die Preise sind auch nahe an den Selbstkosten.

Dennoch: Selbstbau ist die einzig wahre Alternative. Bleibt die Frage, welche Komponenten es denn sein sollen.

Egal ob Raspberry Pi B(+), BeagleBoard-xM oder PandaBoard (oder für die ganz mutigen: IGEPv5), folgendes sollte es schon sein (und viele Komponenten sind in einem typischen Nerd-Haushalt sowieso schon vorhanden und können so einer vernünftigen Nutzung zugeführt werden):

  • USB-Tastatur
  • USB-Maus
  • aktiver USB-Hub
  • SD- oder microSD-Karte
  • Gehäuse
  • Netzteil
  • Kabel

Dank der 4 USB-Steckplätze kann man beim Raspberry Pi B+ und dem BeagleBoard-xM zur Not auf einen USB-Hub verzichten, allerdings rate ich dennoch immer zu einem USB-Hub, weil er erstens die Nutzung eines schwächeren Netzteils für das Board erlaubt und zweitens es immer eine gute Idee ist, ein paar freie USB-Ports in petto zu haben – USB-Brenner, USB-Festplatte, USB-Speicherstick, USB-Soundkarte…entscheidend ist, dass es sich um einen aktiven Hub handelt, also einen mit eigenem Netzteil zur Versorgung des Hubs und aller angeschlossener Geräte.

Wichtig für einen reibungslosen Betrieb ist ein leistungsfähiges, stabiles Netzteil. Unzählige merkwürdige Phänomene vom instabilen Netzwerk bis zu kaputten Dateisystemen ließen sich schon auf defekte oder unzureichende Netzteile und sogar Kabel zurückführen. Ich empfehle als Netzteil USB-Ladegeräte, da diese inzwischen dank der modernen stromhungrigen Smartphones sowohl leistungsfähig als auch stabil und preiswert geworden sind. Für den Raspberry Pi B(+) braucht man dann ein USB-microUSB-Kabel (genauer “USB micro B”), für BeagleBoard-xM und PandaBoard ein USB-2,1mm Hohlstecker-Kabel (z.B. hier von Delock bei Reichelt.

Diese Konstruktion erlaubt es auch, den in der modernen Platinenrechnerwelt wegrationalisierten Power-Schalter durch Aus-/Einstecken des USB-Steckers zu simulieren. Bastler bauen sich einen kleinen Schalter auf den USB-Stecker.

Ein besonders edler Vertreter der Art “USB-Ladegerät” (inklusive des unabdingbaren Features “blaues Licht”) kommt von Innergie und liefert 3A (hier bei Reichelt), die etwas preiswertere Ausgabe von Goobay (hier bei Reichelt) sogar bis zu 4,2 A.

Wieviel Saft der Rechner tatsächlich braucht, hängt hauptsächlich davon ab, wieviel Strom über die USB-Ports gezogen wird. Tastatur und Maus sind genügsam, USB-Speichersticks oder gar USB-Festplatten und USB-Brenner ziehen oft sogar mehr als die eigentlich erlaubten 0,5A, weshalb letztere beide gerne per Y-Kabel angeschlossen werden wollen. Genau deshalb ist es ratsam, maximal Maus und Tastatur direkt an die Platine zu klemmen und den Rest über einen aktiven USB-Hub zu versorgen. Die nackte Platine ohne zusätzliche Gerätschaften braucht irgendwas zwischen 0,6A (Raspberry Pi B+) und 1,5A (PandaBoard ES).

Beim Gehäuse hat man entweder die Qual der Wahl (Raspberry Pi) oder findet kaum was passendes (BeagleBoard-xM, vor allem aber PandaBoard). Hier ein paar interessante Fundstücke aus dem Netz:

Was Mäuse angeht, sollte jeder seinen eigenen Vorlieben folgen. Leider gibt es fast keine RISC OS-optimierten Mäuse (also solche mit drei Maustasten, aber ohne Scrollrad) mehr. Da ich sowieso über meinen KVM-Switch mehrere Systeme mit einer Maus steuere und weder Windows noch Linux schmerzfrei ohne Scrollrad bedient werden können, benutze ich derzeit eine Logitech M500. Das Scrollrad kann hier per obenliegendem Schalter zwischen “rastend” und “nichtrastend” umgeschaltet werden. Wer eher das “Basis-Maus-Feeling” aus der guten alten Risc PC-Zeit hat, wird bei der Logitech RX250 für schmale 7 EUR fündig.

Um Tastaturen ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype entstanden. Die Wiederentdeckung der mechanischen Tastatur, ob für den Gamer oder den Vielschreiber, hat viel Leid bei den Mitmenschen ausgelöst, die plötzlich dem nervtötenden Klackern von Cherry MX Blue-Switches ausgesetzt waren. Sparfüchse nehmen weiterhin eher Membrantastaturen (z.B. vom Erzfeind Microsoft für 8 EUR, oder etwas hochwertiger von Cherry und flüssigkeitsfest für 20 EUR und sehr kurzem Tastenhub). Preislich sind nach oben fast keine Grenzen gesetzt: 60 EUR für das Cherry MX-Board 3.0 mit den fast lautlosen “Red”-Switches, über “Das Keyboard 4 Professional” für fast 200 EUR bis hin zur mit farbigen LEDs hinterleuchteten Corsair K95 können fast alle Wünsche erfüllt werden. Bei WASD Keyboards kann man schließlich sogar beliebig customizen, z.B. mit seinem Namen auf der Leertaste, oder auch das gute alte Archimedes-Feeling zurückbringen mit den roten Funktionstasten.

Zum Abschluss noch die notwendige SD-Karte. PandaBoard und Raspberry Pi verwenden die normalgroße SD-Karte, während Raspberry Pi+ und BeagleBoard-xM eine microSD-Karte brauchen. Aufgrund der erreichbaren Performance ist ein reiner SD-Karten-Betrieb nur beim Raspberry Pi(+) wirklich anzuraten – hier lohnt sich also eine schnelle und ausdauernde Karte wie eine Sandisk Extreme oder eine der besseren Transcend oder Samsung. Beim Beagle- oder PandaBoard würde ich eher zu einer USB-Festplatte als Massenspeicher raten, die SD-Karte dient dann nur zum Booten von RISC OS (und kann demzufolge auch sehr klein sein). Generell stehe ich aber USB-Sticks oder SD-Karten als Computerspeichermedium eher skeptisch gegenüber, da hatte ich schon zu viele Ausfälle.

Also: auf zum fröhlichen Rechnerbasteln.

Die Geheimniskrämer von R-Comp

Vor wenigen Wochen fand die London RISC OS Show 2014 statt. Neue Hardware ist immer ein Messehighlight, und so überraschte R-Comp die RISC OS-Welt mit der Ankündigung des ARMini.MX, eines RISC OS-Rechners auf Basis eines Boards rund um den Freescale i.MX6. Nach dem BeagleBoard-xM-basierten ARMini  und dem PandaBoard ES-basierten ARMiniX also eine weitere “native” Hardware von R-Comp, die lange Zeit nur emulationsbasierte Hardware wie x86-Laptops mit VirtualAcorn verkauften.

Nun also ein i.MX6 inside. Keine schlechte Wahl, mit S-ATA und Gigabit Ethernet zusammen mit einem flotten Cortex-A9, dazu ein Batzen (2 GB) schnelles RAM (DDR3). Es gibt noch keinen Termin für die kommerzielle Verfügbarkeit, aber vertrauenswürdige Quellen sprechen von einem zuverlässigen und schnellen RISC OS-Rechner.

Die Frage ist, ob angesichts der anstehenden Cortex-A15-Hardware (IGEPv5 und BeagleBoard-X15) mit ähnlicher Ausstattung, aber deutlich mehr CPU-Power und zudem USB3 der ARMini.MX nicht zu spät kommt, zumal er zum üblichen R-Comp-Mondpreis angekündigt ist (700 UKP). Aber vielleicht werden die deutschen User ja wieder von a4com gerettet, die bekanntlich die vorgefertigten ARMini-Rechner an R-Comp liefern, selbst aber die Dinger als BIK (BeagleBoard in Kiste) und PIK (PandaBoard in Kiste) zu deutlich realistischeren Preisen anbieten.

Aber das sollte eigentlich nicht das Thema sein. Denn was wirklich nervt, ist die Geheimniskrämerei von R-Comp. Auch über einen Monat nach der Messe findet man im Internet nur das auf der Messe verteilte Leaflet als PDF mit spärlichen Infos über den ARMini.MX. Schaut man sich die R-Comp-Website an, wird es noch gruseliger – da wird immer noch WebsterXL angepriesen, schon zu Lebzeiten der schlechteste kommerziell erhältliche Browser. Auch wer schon einmal versucht hat herauszufinden, was denn Teil des “PandaLand Scheme” sein könnte, wird vergeblich suchen. Ebenso unklar sind Dinge wie das ARMiniX “extensively modified motherboard to provide additional RISC OS-specific features and functionality”.

Intransparenz kann viele Gründe haben. Das aktive Verstecken von Peinlichkeiten, die Faulheit ausreichende Infos zusammenzuschreiben, whatever. Ein gutes Licht wirft es jedenfalls nicht auf R-Comp. Das ist wirklich schade, denn R-Comp hat mit Produkten wie Messenger Pro, DataPower, Hermes oder UniPrint Maßstäbe gesetzt.